Harry Zingel’s BWL-Weblog

31.05.2008

Kaum zu fassen: Schäuble will mehr Datenschutz!

Gespeichert unter: Wider den Zeitgeist — Harry Zingel @ 5:37
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Es ist kaum zu glauben: Wolfgang Schäuble, die saubere Bombe im Rollstuhl, will als Reaktion auf die Spitzel-Affäre bei der Telekom mehr Datenschutz. Ausgerechnet Wolfgang Schäuble! Ausgerechnet der! Hat doch gerade Schäuble uns die verdachtsunabhängige Vorratsdatenspeicherung, Reisepässe mit Fingerabdrücken wie aus der Verbrecherkartei und eine Menge anderer unschöner Dinge eingebracht. Der Mann, der den Datenschutz in Deutschland zugrundegerichtet und alle zu Verdächtigen gemacht hat, schwadroniert von Datenschutz. Der Einpeitscher des Schnüffelstaates will unsere Daten schützen.

Unfaßbar!

30.05.2008

Die größten Fehler: über die Klippen des Beratungsgewerbes

Gespeichert unter: Harry's log — Harry Zingel @ 3:55
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Immer wieder habe ich mich im BWL-Boten über Studienstrategie und Karriereplanung ausgelassen. Dies setze ich nun mit einem kleinen Beitrag über das Beratungsgewerbe fort, in dem meine Erfahrungen seit den 1980er Jahren zusammengefaßt werden: Studenten des Controllings und des Rechnungswesens und allen Kollegen im Unterrichtsbereich wärmstens ans Herz gelegt und zur Nachahmung empfohlen…

Biete ein Produkt an, keine Leistung

Die Leistung eines Beraters ist, wie die einer Versicherung, am Anfang nur eine Hoffnung: der Kunde hofft, ein bestimmtes Ergebnis mit Hilfe des Beraters zu erreichen. Das ist eine schlechte Marktposition für den Berater, denn der Entscheidungsträger muß wahrscheinlich andere von seiner Hoffnung überzeugen, zum Beispiel seine Geschäftsführung, ist also nur ein Mittelsmann. Viel besser ist es, ein materielles Produkt in den Händen zu haben, das dem Kunden u.U. kostenlos zur Verfügung gestellt wird: so kann man nicht nur den Dankbarkeitseffekt ausnutzen, sondern der Kunde hat auch etwas, was vielleicht den Budgetverantwortlichen überzeugt.

Werde eine Autorität

Eine Autorität ist jemand, der etwas besonders gut kann und das auch bekanntgemacht hat. Betriebsabrechnungsbögen aufstellen und C/AL-Programme schreiben können viele, aber das zu können und dabei auch sichtbar zu sein, ist wirklich relevant. Elektronisches Vordrängeln in Suchmaschinen mit allen möglichen oder unmöglichen Tricks ist dabei eine häufige Taktik. Auf der BWL CD werden einige dieser Tricks in der Datei „WebPromotion.pdf“ im Manuskripte-Ordner verraten. Kurz: „Tue Gutes und rede darüber“ – diesen alten Satz sollte man auch auf das Beratungsgewerbe anwenden!

Definiere Deinen Zielmarkt

Wie in jedem Markt ist es auch im Beratungsgewerbe wichtig, die Entscheidungsträger und die, die sie beeinflussen, möglichst persönlich zu kennen und so viel wie möglich über sie zu wissen, so daß man sich auf die relevanten Zielmärkte einstellen kann. Es ist wie bei der Entenjagd: da schießt man nicht auf den Schwarm, sondern auf das einzelne Tier. Ebenso wichtig ist es, eigene Fähigkeiten im Markt abzubilden und mit der Ansprache sorgfältig ausgewählter Personen zu artikulieren!

Konzentriere Dich auf das Beziehungsmarketing

Nahezu alle wichtigen Aufträge in den letzten 18 Jahren habe ich durch Beziehungen bekommen – und nicht durch formale Werbung. Eine einzige Empfehlung kann mehr wert sein als eine teure Anzeigenkampagne. Es ist daher wichtig, die entscheidenden Personen gut zu kennen, viel über sie zu wissen und alles dafür zu tun, daß die Beziehung langfristig erhalten bleibt. Übrigens ist es oft strategisch besser, einen schlechten Auftrag anzunehmen, wenn damit eine langfristige Beziehung gesichert werden kann, denn ein guter Berater arbeitet für den Kunden, und nicht für sich!

Vertraue dem Gefühl

In praktisch allen Fällen, in denen ich vorher ein schlechtes Gefühl hatte, endete ich nachher mit Problemen im Projekt oder beim Inkasso – besonders letzteres. Selbst bei kleineren Beträgen (wie dem Verkauf der BWL CD) weiß ich oft vorher, ob jemand bezahlen will oder nicht – und die, bei denen ich ein Problem ahnte, sie aber trotzdem bediente, haben alle nicht zahlen wollen (aber oft dennoch am Ende gezahlt). Offensichtlich wäre es da besser gewesen, den Auftrag gleich am Anfang abzulehnen! Und: selbst wer mit Recht obsiegt, hinterläßt einen frustrierten Kunden und damit eine Menge Negativpropaganda, denn Unzufriedene reden häufiger über ihre Unzufriedenheit als Zufriedene über ihre Zufriedenheit. Kurz: die rote Ampel nervt, aber die Grüne ist eine Selbstverständlichkeit…

Arbeite für mehrere Auftraggeber

Das ist nicht nur ein sozialrechtlicher Ratschlag (Scheinselbständigkeit!), sondern ein wichtiger strategischer Rat, denn der freie Mitarbeiter ist der erste, von dem der Kunde sich trennt, wenn es mal nicht so gut läuft. Es ist daher wichtig, mehrere Auftraggeber zu haben – und ganz abgesehen davon macht es ja auch viel mehr Spaß als immer nur der gleiche Trott! Marketing ist dabei übrigens eine Vollzeitaktivität – auch in Zeiten voller Auftragsbücher!

Zum Erfolg gibt es keinen Lift!

Man muß immer die Treppe benutzen. Das gilt im Lehrgewerbe ebenso wie in der Unternehmensberatung: der Weg ist lang, hart und steil. Wer verspricht, man könne es im Turbo-Gang schaffen, ist ein Lügner.

Ach ja: ein wesentliches Ergebnis meiner Beratungstätigkeit ist nicht nur die BWL CD, sondern auch der BWL-Bote…

29.05.2008

Demokratiedefizit: Warum Nepal für Europa gefährlich ist

Gespeichert unter: Wider den Zeitgeist — Harry Zingel @ 6:37
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Nepal, das nicht mit der süditalienischen Stadt zu verwechselnde Himalaya-Königreich, hat letzte Woche etwas geradezu Unglaubliches geschafft: durch demokratischen Volksentscheid wurde die Monarchie abgeschafft, nach 240 Jahren. König Gyanendra hat zwei Wochen, den Palast zu räumen, der dann zu einem Museum werden soll. Was hierzulande den Nachrichtennetzwerken gerade eine Randnotiz wert war, verdient indes viel mehr Aufmerksamkeit in Europa, denn es könnte für Europas ungewählte Häupter gefährlich werden. Für Europa im allgemeinen und die Briten im besonderen.

So wundern sich Außenstehende schon lange, was die britischen Royals außer Sexaffären mit Reitlehrern und Eheanbahnungen mit Waffenhändlern für ihre Nation eigentlich leisten. Was sie kosten, ist indes präzise festzustellen, und auch auf der Insel fehlt es angeblich allenthalben an Geld. Will man also schon nicht über die Monarchie an sich nachdenken, ein Sparvorschlag wäre eine Überlegung doch wert, denkt der BWL-Bote. Der freilich keine Steuern im Vereinigten Königreich zahlt, und also doch lieber über Europa nachdenkt.

Dort hat der Bundestag gerade das EU-Ermächtigungsgesetz durchgewunken, denn nichts anderes ist die neue Version der sogenannten EU-Verfassung. Die ist zwar 2005 gescheitert, aber das interessiert Rat, Kommission und Parlament doch eher wenig. Diesmal fragt man halt weder die Franzosen noch die Niederländer, die sich 2005 noch artikulieren durften, führt dafür aber gleich die Todesstrafe ein. Tote durch „rechtmäßige Niederschlagung von Aufständen“ gab es einst auch auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking. Da hat Europa Krokodilstränen geweint. Jetzt machen sie dasselbe hierzulande möglich und straffrei. So habe ich mir Europa immer vorgestellt.

Niemand wohlgemerkt behauptet, daß die Demokratie eine ideale Lösung sei. Sie ist höchstens das kleinere Übel, aber das ist schon ein großer Fortschritt. Ich würde mir wünschen, daß man Rat und Kommission zwei Wochen Zeit gibt, die im Vergleich zu König Gyanendra Palast geradezu riesenhaften Herrschersitze in Brüssel und Straßburg zu räumen. Genug Platz für Museen der Diktaturen aller Zeiten hätte man dann schon. Das wäre indes eine bessere Nutzung für die verschwendeten Büroflächen. Und viel billiger zudem. Also auch ein Sparvorschlag…

28.05.2008

Diplomprüfung: gute Anfänge trotz schlechter Voraussetzungen

Gespeichert unter: Harry's log, Prüfung — Harry Zingel @ 10:34
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Alle Jahre wieder werden im Frühling an einer wohlbekannten, gleichwohl an dieser Stelle ungenannten akademischen Lehranstalt die Diplomthemen ausgegeben. Jetzt, einen Monat danach, ist die Sache in vollem Gange. Die Studis schreiben und ich fahre, denn ich besuche fast alle Studienteilnehmer in ihren Betrieben, mir die Sache mal ansehen und persönlich Tips für den Diplomerfolg geben. Solche Hausbesuche sind vom Lehrauftrag weder verlangt noch werden sie bezahlt, gleichwohl aber hochgeschätzt. Und es zeigen sich die ersten ausgezeichneten Ansätze, trotz nicht unbedingt optimaler Ausgangsbedingungen.

So wurden die Studienteilnehmer nicht auf die Härten des elektronischen Lebens vorbereitet. Office-Schulung? Fehlanzeige. Access, Excel, VBA? Woher denn… Datenbankprogrammierung? Nicht die Bohne… viele kämpfen daher noch in der Diplomarbeit noch mit elementaren Problemen. Eine Lücke im Lehrplan, und zwar eine riesengroße. Und auch sonst war das Studium eher eine Sendung ohne Maus. Wir verpassen den Anschluß und merken es nichtmal. Sowas gibt es wohl nur noch in Deutschland.

Immerhin wissen die Studis selbst ganz gut, wo es langgeht: schon letzte Woche habe ich einige ganz ausgezeichnete Anfänge gesehen, und auch gestern landete der Anfang einer sehr guten Diplomarbeit in meiner Mailbox. Der große Vorteil dieses Studienganges ist die Praxisnähe, denn alle Studis sind zugleich in Betrieben angestellt. Das erspart ihnen den Praxisschock, der manche Universitätsstudenten gleich nach ihrer examensbedingten Vertreibung von der akademischen Spielwiese hart am Boden der wirtschaftlichen Realitäten trifft. „Meine“ Studis sitzen nicht im Elfenbeinturm, sondern im Büro. Letzte Woche sogar in dem des Geschäftsführers, ein Zeichen für die Hochschätzung der angehenden Absolventen oder nur Platzmangel? Vor einigen Jahren hatte ich in dieser Hinsicht die Sternstunde: ein erfolgreicher Absolvent machte sich mit seinem Chef zusammen selbständig – in Konkurrenz zum bisherigen Arbeitgeber. Eine Ausgründung, über die die Konzernmutter sich nicht gefreut hat, und eine erfolgreiche: der Betrieb besteht heute noch. Ein Erfolgserlebnis auch für mich als Dozenten und Prüfer.

Trotz nichtoptimaler Finanzierung und bisweilen schlechter materieller Ausstattung kann die Bildung in Deutschland funktionieren. Ohne Experimente und mit wenig Geld kann man den Leuten und der Wirtschaft nützen. Der tägliche Kampf ist nicht umsonst. Das stimmt mich froh. Und es zeigt, daß die Eigeninitiative noch immer über alle Förderprogramme und Rechtsvorschriften siegt. Die, die es wirklich wollen, schaffen es auch. Ganz gleich, wie die formalen und finanziellen Voraussetzungen sind. Der Wille siegt über das Sein, der Geist über die Welt. Jede starke Seele findet unfehlbar, wonach sie wirklich sucht. Das ist der Kern der Sache…

25.05.2008

Kalkulatorische Kosten

Immer wieder sind die kalkulatorischen Kosten von grundlegender Bedeutung. Das gilt nicht nur für die betriebliche Praxis, z.B. im Zusammenhang mit der Maschinenrechnung oder bei Investitionsentscheidungen, sondern auch für die diversen Aus- und Fortbildungsprüfungen. Leider sind einige Fehler hier nachgerade unausrottbar. Sogar die Prüfungen der Industrie- und Handelskammern enthalten oft grobe Rechenfehler oder fiese Formelfallen. Wir haben die wichtigsten Probleme (und natürlich auch die richtigen Rechenmethoden) der kalkulatorischen Zinsrechnung und der kalkulatorischen Abschreibungsrechnung im BWL-Boten zusammengefaßt. Hierzu ist möglicherweise auch der grundlegende Artikel bedeutsam. Warum Bankzinsen in der Kostenrechnung nichts zu suchen haben, auch das ja ein verbreiteter Fehler, ist in diesem Grundlagenartikel vertieft dargestellt.

Wir empfehlen allen Teilnehmern kaufmännischer Aus- und Fortbildungsprüfungen ein vertieftes Studium dieser grundlegenden Gesetzmäßigkeiten, denn sie sind hochgradig prüfungswichtig. Mehr Einzelheiten findet man übrigens in meinem Lehrbuch der Kosten- und Leistungsrechnung im 2. Kapitel, wo diese Grundlagen im Detail dargestellt werden.

24.05.2008

Prüfungen und andere Übel

Gespeichert unter: Prüfung — Harry Zingel @ 10:04
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Im Vorfeld des Erscheinens meines neuen Buches sind sind verschiedene Artikel über Aus- und Fortbildungsprüfungen im Boten erschienen. Zunächst bedeutsam ist möglicherweise der Artikel über die langristige Prüfungsvorbereitung, in dem auch Ratschläge zur Wahl des richtigen Bildungsveranstalters gegeben werden. Ein Artikel über mündliche Prüfungen gibt grundlegende Tips. Im Thematischen Verzeichnis des BWL-Boten finden sich im Bereich „Prüfungsstrategie“ viele weitere Artikel, die möglicherweise interessant sind.

Bilanzrechtsmodernisierung

Gespeichert unter: Bilanzrecht, Rechnungswesen — Harry Zingel @ 4:09
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Noch ist das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) nicht in trockenen Tüchern. In diesem Artikel berichteten wir über den Stand des Gesetzgebungsverfahrens. Eine Zusammenfassung der geplanten Reformen findet der Leser hier. Weitere Artikel zu diesem Thema werden im bWL-Boten von Zeit zu Zeit erscheinen…

Break Even Rechnung

Gespeichert unter: Rechnungswesen — Harry Zingel @ 3:33
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Die Aufgabenpoeten der Industrie- und Handelskammern denken sich immer wieder knallharte Aufgaben zur Break Even Rechnung aus. Die Grundkonzepte der Break Even Analyse scheinen einfach, aber die Ausgestaltung im Einzelfall ist bisweilen knallhart. Der BWL-Bote hat eine Reihe von Artikeln mit den wichtigsten Aufgabenvarianten publiziert:

Knallharte Prüfungsfragen zur Break Even Rechnung, Teil 1 von 3
Knallharte Prüfungsfragen zur Break Even Rechnung, Teil 2 von 3
Knallharte Prüfungsfragen zur Break Even Rechnung, Teil 3 von 3
Break Even Rechnung: was zum Teufel ist der DBUF?
Prüfungsrelevant: Grundgedanken und Kostenverläufe der Break-Even-Rechnung

Es wird dringend empfohlen, diese Aufgabentypen vertieft anzuschauen und die dahintersteckenden – zugegebenermaßen komplexen – Mechanismen zu verstehen. Sie sind hochgradig prüfungswichtig.

Der BWL-Bote

Gespeichert unter: Willkommen! — Harry Zingel @ 3:18
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Der BWL-Bote bloggt!

Ich freue mich, der Blog-Community den BWL-Boten sozusagen offiziell vorstellen zu können: seit sieben Jahren finden sich dort zahlreiche Kommentare zu Rechnungswesen, Controlling und Betriebswirtschaft – ohne Rücksicht auf Denkverbote. Besonders bei Teilnehmern der IHK-Fortbildungen ist der Bote schon weithin bekannt. Jetzt ist er auch unter die Blogger gegangen…

Der BWL-Bote

In loser Folge werden wir nun an dieser Stelle auf excellente Botenartikel hinweisen, und ein bißchen auf die eine oder andere Art mit dem Bloggen experimentieren. Kommentare sind natürlich jederzeit willkommen. Dies ist einstweilen ein Experiment…

Mit den besten Grüßen
Harry Zingel
Der BWL-Bote

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