OK, ich bin ein Spielverderber. Ich gebe es ja zu. Aber ich kann wie immer die Klappe nicht halten. Das hier muß einfach mal raus…
Heute morgen ausnahmsweise mal eine Nachrichtensendung geguckt. Normalerweise sehe ich kein fern, habe nichtmal einen Fernseher. Aber sechs Rechner und das Netz, also auch ganz viele TV-Programme. Denen bleibe ich normalerweise schon wegen des dummen und entnervenden Werbegeblubbers fern, aber heute morgen kam noch der Brüllaffe aus der Sportreporter-Loge hinzu. Da macht man einmal eine Ausnahme von der langjährigen Fernsehabstinenz, und dann sowas. Erschreckend das.
Und erst die inhaltliche Seite… grausel: ja gibt es denn keine neue Diktatur? Nicht einen netten, kurzweiligen Krieg? Wenigstens eine gute Flugzeugentführung mit Unterhaltungswert, über die die Nachrichtenredaktionen berichten können? Nein, zwei Drittel der Propagandasendung bestehen aus Fußball. Erdbeben, Verbrechen, Klimaschwindel oder einfach das tägliche, primitive Parteiengezänk, nein, das alles interessiert nicht, wenn das runde Leder über den Brüllballplatz rollt. Schon der röhrende Hintergrundsound macht mich ganz kirre.
Grausel!
Nein, im Ernst: ein Zeichen einer tiefgreifenden Krise, wenn Sport wichtiger ist als Politik, Wirtschaft und meinetwegen noch die Kunst. Der Aufschwung kommt mit der Bahn, also hängen die Leute am Fußball, entweder live oder vor den Bildschirmen. Brot und Spiele, in der Version der Neuzeit.
Gut erkannt.
Trotzdem, das eine tun, das andere nicht lassen.
Kommentar von djdeutschland — 23.06.2008 @ 8:40