Harry Zingel’s BWL-Weblog

30.08.2008

Neue Aufgabe zur Prozeßkostenrechnung

Die Prozeßkostenrechnung steht bekanntlich im Ruf, einfach und übersichtlich zu sein, doch da kann man sich täuschen. Das wissen auch die Aufgabenlyriker der diversen prüfenden Körperschaften, insbesondere der Industrie- und Handelskammern. Die haben Prozeß- und Plankostenrechnung für die Prüfungen in Lehrgängen wie „Geprüfter Betriebswirt“ oder „Geprüfter Technischer Betriebswirt“ entdeckt und zaubern die knackigsten Knallschoten. Das kann einem Prüfungsteilnehmer den ganzen Tag versauen :-)

Die heute im BWL-Showcase veröffentlichte Aufgabe demonstriert, daß selbst in anscheinend einfachen Verfahren verborgene Härten lauern können. Eigentlich nur für die Prüfungsvorbereitung in einer Seminargruppe hier vor Ort gedacht, wird die Aufgabe auch allgemein bereitgestellt. Jeder mag sich daran versuchen; die Lösung folgt bis ca. Mitte September.

Hilfe und Hinweise gibt’s wie üblich im Forum für Betriebswirtschaft – natürlich kostenlos und für alle.

Dies ist eine vorübergehende Veröffentlichung. Die Aufgabe ist dauerhaft nur auf der BWL CD zugänglich.

Harry

24.08.2008

Wovor die Mächtigen sich wirklich fürchten

Wir haben Hitler eine Menge zu „verdanken“: die Konzentrationslager, den zweiten Weltkrieg und hernach die Mauer und den kalten Krieg, also auch eine Periode der Stabilität bis 1990. Doch was ist danach gekommen, und wohin bringt es uns?

Der rationale Geist war der Schlüssel zur Zähmung der Natur und der Mensch machte sich die Erde untertan, ganz wie es in der Bibel steht, indem er immer weitere Naturgesetze entdeckte und sich zunutze machte durch die Wissenschaft und ihren ausführenden Arm, die Industrie. Armut und Analphabetismus sollten durch den Staat ausgerottet werden, den Sozialvertrag der Gemeinschaft der Nation, und durch den Markt, dessen unsichtbare Hand ohne Zwang und ohne Vertrag immer den optimalen Zustand findet auf wundersame Art und Weise der dezentralen Planung. Von der Renaissance bis in das zwanzigste Jahrhundert brachte dies dem Menschen einen rapiden Aufstieg, den Sieg über Krankheiten und Armut aber auch einen unglaublichen Zuwachs an Freiheiten, vom Postkutschenzeitalter bis zum Mallorcaurlaub sogar für Sozialhilfeempfänger, einen Sieg über die Natur auf ganzer Strecke.

Dies lag zu Zeiten der Mauer sowohl dem westlichen als auch dem östlichen System zugrunde, wobei die US-amerikanische Lösung fast rein marktorientiert war, die westeuropäische marktorientiert (England) mit erheblichen planwirtschaftlichen Elementen (Frankreich) bis hin zur Systemindifferenz (Westdeutschland) und die östliche staatsorientiert mit geringen marktwirtschaftlichen Elementen (DDR, Ungarn, späte UdSSR) oder rein planwirtschaftliche praktisch ohne individuelle Freiheiten (Stalins UdSSR, Pol Pot’s Regime, China unter Mao). Doch in allen Fällen lagen die oben skizzierten auf die Aufklärung zurückgehenden Basisannahmen zugrunde, und Gesellschaften versuchten deren Umsetzung, wenngleich mit unterschiedlichen Mitteln und mit unterschiedlichem Erfolg.

Diese Zeit nennen wir das Industriezeitalter, und es gipfelte in der Spaltung des Atomkerns und damit der Schaffung nahezu unbegrenzter Energie, weshalb man es auch als das Atomzeitalter bezeichnet. Beides, Industrie und Atom, werfen wir derzeit bedenkenlos weg, und wundern uns, wenn es plötzlich richtig schmerzt, so wie etwa bei der Vertausendfachung der Energiepreise in California im Frühjahr/Sommer 2001.

Seit dieses System 1989/90 mit dem Fall der Mauer zusammenbrach, entsteht etwas Neues, das wir nunmehr langsam zu erkennen in der Lage sind. Es hat mit Macht und ihrem Erhalt zu tun, und es ist ein grundlegender Paradigmenwechsel.

Bäume auf dem Mars?

Bäume auf dem Mars?

Um ihre Macht zu erhalten, beschlossen die Mächtigen des Westens gegen Ende der 60er Jahre auf der sogenannten Konferenz vom Iron Mountain, deren Stattfinden bis heute bestritten wird, durch Schaffung neuer „großer Aufgaben“ Macht über die Menschen auszuüben, und der sogenannte „Umweltschutz“ ist eine solche große Aufgabe. Doch er dient nicht der Umwelt, sondern der Ausübung von Herrschaft, denn man hat erkannt, daß im Zeitalter der Kernspaltung, das leider auch ein Zeitalter der Kernwaffen ist, Kriege nicht mehr als Mittel der Machtausübung taugen, denn sie werden zu schnell zu atomaren Weltkriegen. Hiroshima hat gelehrt, daß die Menschen nicht mehr einen Feind hassen dürfen, denn das kann zur globalen Selbstzerstörung führen, sondern daß sie vor der Zukunft Angst haben müssen. Also erfand man das Waldsterben, das Ozonloch und den sogenannten Treibhauseffekt, um die Menschen regieren zu können – ein Zustand, der seit dem Ende der Sowjetunion um so leichter aufrechtzuerhalten ist als daß man auf keinen Rivalen um die Weltherrschaft mehr Rücksicht nehmen und keine Konkurrenz mit einem mächtigen Gegner mehr betreiben muß.

Doch mit dem Fortschreiten der Entchristlichung des Westens erscheinen widerwärtige Ideologien, gegen die die Mordlust der KZ-Schergen wie ein Rundungsfehler anmutet: Daß Millionen an der Malaria und anderen vermeidbaren Krankheiten starben, weil unter dem Öko-Vorwand Substanzen wie DDT verboten wurden, hat System. Und die Menschen haben die Lektion, die ihnen einst die Mächtigen lehrten, gut gelernt: in der schon von David Riesman vorausgesagten außengeleiteten Gesellschaft nimmt man selbst diese latente Mordlust nicht mehr als solche wahr, so machtvoll ist der Konformitätsdruck der political correctness!

Und selbst das ist noch nicht alles, gehen doch Massen auf die Straße, für „Umweltschutz“ und gegen den Fortschritt zu demonstrieren, was die wirkliche Motivation des globalisierten Anti-Globalisierungs-Netzwerkes mit dem bezeichnenden Namen „Attac“ ist, ein Angriff auf die Grundwerte einer verfaulenden Gesellschaft, ein Zeichen des Niederganges. Wir leben wieder im späten Rom, in einer glaubens- und wertelosen Epoche doch, mit Brot und Spielen für die Spaßgesellschaft, doch für den Frieden zu kämpfen ist, wie für die Jungfräulichkeit zu bummsen…

Doch das Machtspiel hinter den Kulissen geht nicht auf, und es zeigt sich ein Probleme, daß die gegenwärtige neue Weltordnung kippen wird, vielleicht schon in nicht ferner Zukunft.

Oberflächlich könnte man meinen, daß der gegenwärtige US-Präsident mehr Geld für den Krieg gegen den Terrorismus braucht und deshalb die Weltraumfahrt zusammengestrichen wird. Doch es könnte einen anderen Grund haben, wenn man das Bild rechts betrachtet. Beinahe jeder, der die Aufnahme unvoreingenommen betrachtet, würde es für die Luftaufnahme eines Waldes halten. Doch das Bild wurde von einem Raumschiff aus dem Orbit um den Planeten Mars aufgenommen. Ein Wald auf dem Mars?

Angeblich gibt es noch viel unglaublichere Funde, und nicht nur auf dem Mars. Während wir uns hier nicht in Spekulationen ergehen wollen, was noch alles gefunden wurde, soll ein Zitat genügen: „There are unimaginable wonders [out there], for those who can remove some of Truth’s protective layers“ (Apollo-Astronaut Neil A. Armstrong). Was weiß man also, und vor allem, seit wann?

Sie werden fragen, was das mit der Entwicklung und den oben skizzierten politischen und philosophischen Grundsätzen zu tun hat: eine ganze Menge. Würde man nämlich zugeben, daß etwa mit einem Infrarotinstrument die Fundamente uralter Städte auf dem Mars gefunden worden sind, oder jedenfalls etwas, was genau wie Ruinen von Fundamenten aussieht, dann müßte man hinfliegen, um nachzusehen, d.h., der bemannte Flug zum Mars wäre die logische Folge. Das brächte uns zurück ins Zeitalter der Industrie und der Kernspaltung, denn nur mit einer massiven industriell-wissenschaftlichen Anstrengung könnte man Menschen auf den Mars bringen – und das würde offensichtlich die derzeitigen Herrschaftsmechanismen gefährden. Keiner hätte mehr Angst vor dem angeblichen Klimakollaps, niemand machte sich mehr Sorgen um das Ozonloch, weil alle nur noch wissen wollen, ob es wirklich untergegangene Zivilisation auf dem Mars gibt – oder etwa bis heute noch lebende Wesen. Und für all dies existieren mindestens Indizien.

Oder, kurz gesagt: eine rationale, von Wissenschaft und Technologie angetriebene Gesellschaft befindet sich in diametralem Gegensatz zur sich derzeit entwickelnden Öko-Ideologie.

Ja, wir wurden betrogen. Wir wurden um die Raumfahrt betrogen und um die Erkenntnis, und am Ende um die Hoffnung, die 1969 auf dem Mond begann und nach dem letzten Mondflug 1972 langsam versank. Doch es gibt noch Hoffnung, denn die Ökologisten haben ihre Rechnung ohne zwei Faktoren gemacht: die Chinesen und der Markt. Ja, eine seltsame Mischung…

Die Chinesen betreiben derzeit ein rasch reifendes Raumfahrtprogramm, das nicht von solchen Erwägungen wie oben skizziert beschränkt zu sein scheint. Mehr noch, scheinen die Chinesen unter ihrer nur noch dem Namen nach kommunistischen Führung derzeit das entdeckungsfreudigste Volk der Welt zu sein, und schon kurz nach dem heutigen Ende der olympischen Spiele in Beijing soll die nächste chinesische Weltraumexpedition starten, angeblich die Techniken udn Verfahrensweisen auszuprobieren, die für den Flug zum Mond erforderlich sind. Und eine eigene chinesische Raumstation ist angekündigt – und dürfte der entscheidende Vorteil auf dem Weg zum Mars sein. Doch ungleich der Zeit vor vierzig Jahren als der Westen sich mit der Sowjetunion einen Wettlauf zum Mond lieferte, scheint der Westen jetzt schon zu morsch zu sein, die Herausforderung überhaupt noch zu erkennen. Samuel Huntington hat nicht ohne guten Grund von der Schwäche des Westens geschrieben, und wir nähern uns vermutlich wirklich einem chinesischen Jahrhundert.

Die andere große Kraft ist der Markt, und dieser dürfte den Öko-Planern auch im eigenen Herrschaftsgebiet einen dicken Strich durch die Rechnung machen: seit dem Flug von Dennis Tito ist nämlich der Gelächter-Faktor aus dem Geschäft mit dem Weltraum-Tourismus raus, und was derzeit nur für die Superreichen möglich ist, könnte in einigen Jahren oder Jahrzehnten bald schon einer viel breiteren, wenngleich immer noch wohlhabenderen Schicht offenstehen. Auch wenn ich nicht hoffe, die Landung auf dem Mars noch zu erleben, so ist dies doch wohl, was die Öko-Ideologie stoppen wird: menschlicher Entdeckergeist macht auch vor dem Himmel nicht halt, vor der letzten Grenze… die Politik kann es verzögern, ein paar Jahre, vielleicht ein Menschenalter lang den Zugang zum Weltraum monopolisieren, aber dann wird die Entwicklung fortschreiten.

Und da sind wir bei der grundlegenden ökonomischen Theorie angekommen: die Märkte werden’s richten. Auch wenn es etwas dauert, und sich eine gewisse Zeit verzögern läßt, man kann es nicht aufhalten, wie man alle technisch-wissenschaftlichen Entwicklungen bislang nicht aufhalten konnte. Auch nicht durch den Iron Mountain, auch nicht durch sein ausführendes Entwicklungsverhinderungsorgan, die United Nations.

Vor diesen Bäumen fürchten sich die Mächtigen wirklich!

Die Bildquelle beim MSSS ist hier. Rechte: Public Domain.

Literatur:

  • Huntington, P. Samuel: „Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert“, Europaverlag, München/Wien, 6. Auflage 1997, ISBN 3-203-78001-1
  • Lewin, Leonard, C.: „Report from Iron Mountain. On The Possibility And Desirability of Peace“, The Dial Press, Inc., New York 1967, keine ISBN.
  • Riesman, David: „Die einsame Masse“, Mit einer Einführung von Helmut Schelsky, Darmstadt 1958, Keine ISBN.

23.08.2008

Vom deutschen Wesen, oder der Anspruch auf Glück

Viele der gegenwärtigen kindischen Zankereien in Wahlkämpfen und anderen politischen Peinlichkeiten versteht man erst, wenn man die zugrundeliegenden Prinzipien und Mechanismen aufdeckt. Das aber ist schwierig, denn die stehen nicht im Gesetzbuch – oder etwa doch? Wagen wir mal einen tiefen Blick hinter die Kulissen.

So werden Grundannahmen und Weltanschauungen nicht oft ausgesprochen. Sie sind meist nur unter der Oberfläche wirksam. Bisweilen stehen sie aber auch klipp und klar in Artikeln und Paragraphen. Dort muß man sie aber auch finden: „We, the People“ beginnt die US-Verfassung, „Wir, das Volk“. Schon das eine Leistung, die man weder im Grundgesetz noch in den noch viel undemokratischeren EU-Vertragswerken findet. Gerade von einer solchen undemokratischen Macht hatten sich die 13 britischen Kolonien in Nordamerika am 4. Juli 1776 losgesagt – mit der Unabhgängigkeitserklärung, einem der großartigsten Dokumente der Weltgeschichte:

»Life, Liberty and the Pursuit of Happiness«

Diese Worte, die Thomas Jefferson aufgrund der Schriften von John Locke verfaßte, passen gut in unsere heutige Zeit, denn man kann sie mit dem deutschen Grundgesetz oder gar der EU-Charta der Grundrechte vergleichen. Dabei freilich entsteht ein vernichtendes Bild. „Leben, Freiheit und die Suche nach Glück“ sind nämlich im amerikanischen Rechtssystem die einzigen Grundrechte. Auf Leben, Freiheit und die Suche nach Glück, hat jeder Mensch einen natürlichen Anspruch, die Suche nach Glück, nicht aber einen verbrieften Anspruch auf das Erreichen von Glück. Hier aber steckt ein tiefgreifender Unterschied zur anscheinend sehr europäischen Anspruchsmentalität.

Werfen wir nämlich einen Blick in das deutsche Grundgesetz, so finden wir eine Vielzahl von Anspruchsregeln. Schon die Grundrechte, Art. 1 bis 19 GG, verbriefen nicht (nur) das Recht auf Leben und Freiheit, sondern einen Anspruch auf Glück. Wie aber kann man den garantieren? Ähnlich ist es in der EU-Charta der Grundrechte, die in den gescheiterten EU-Verfassungsvertrag integriert worden war und auch im neuen EV-Vertrag erscheint: Neben Leben und Freiheit findet man dort ganze 54 Artikel mit einer Vielzahl von Ansprüchen des Einzelnen, die in der Summe einen Anspruch auf Glück verkörpern, darunter so entlegene Dinge wie einen Anspruch auf eine „gute Verwaltung“. Wer aber soll das alles garantieren, und wie?

Demokratischer Anspruch und politische Wirklichkeit

In dem Zusammenhang fällt auf, daß weder das Grundgesetz noch der EU-Vertrag Verfassungscharakter haben, denn das setzt voraus, daß das jeweilige Regelwerk vom Volk in seiner Eigenschaft als Volksksouverän ausgegangen ist. Dies freilich ist nicht der Fall: Im Grundgesetz steht in Art. 146 klipp und klar für alle zu lesen, daß dieses von den Alliierten Siegermächten diktierte Gesetzeswerk weder vom Deutschen Volke noch demokratisch beschlossen wurde, also keine Verfassung ist. Dieser fortwährende Zustand der nationalen Versehrtheit läßt interessante und weitreichende Schlüsse auf die Legalität und Wirksamkeit der gegenwärtigen Gesetzgebung zu, die an dieser Stelle zu diskutieren aber den gegebenen Rahmen sprengen würde. Ebenso undemokratisch wie das Grundgesetz sind aber auch die EU-Verträge in ihren diversen Versionen zustandegekommen, denn das Volk wurde nie gefragt. Als man aber 2005 in Frankreich und in den Niederlanden den Fehler machte, das Volk über die EU-Verfassung zu befragen, scheiterte diese prompt – und wird nun über die Hintertür als neuer EUdSSR-Vertrag fern von Volkes Wille in Brüssel ins Werk gesetzt. Besteht hier aber ein weiteres verborgenes Grundprinzip?

Es hat nämlich den Anschein, daß vom Volk ausgehende Regelungen, wie die US-Verfassung und die ihr vorausgehende Unabhängigkeitserklärung, in dem Sinne realistisch sind daß sie nur versprechen, was auch gehalten werden kann – nämlich Leben, Freiheit und die Suche nach Glück. Für undemokratische Systeme ist aber gerade typisch, daß eine Vielzahl von Scheinrechten aufgebaut werden, die dann aber gerade nichts bewirken – und auf diese Weise die Herrschaft der Mächtigen sichern. Das aber bringt uns zurück ins 18 Jahrhundert…

Die Boston Tea Party

Im Siebenjährigen Krieg hatten die 13 britischen Kolonien in Nordamerika, für die die 13 rot-weißen Streifen der US-Flagge bis heute stehen, ihre Interessen gegen das Mutterland und gegen Frankreich verteidigt. Nach 1763 versuchte die britische Regierung, die Kriegskosten in Gestalt von Steuern und Abgaben von den Kolonien hereinzuholen, was am 16.12.1773 zu einem Akt des zivilen Ungehorsams führte: als Indianer verkleidete Bostoner Bürger drangen in den Hafen ein und warfen die Ladungen der Schiffe der englischen East India Trading Company ins Hafenbecken, die Boston Tea Party. Dieser Akt des Widerstandes war der historische Anfangspunkt der Loslösung der britischen Kolonien, der in der Unabhängigkeitserklärung gipfelte.

Auch die Europäer sind von Steuern gedrückt, und die künstlichen Verteuerungen und Verknappungen durch Ökologismus und Klimareligion kommen verschärfend hinzu. Auch sie dienen aber nicht der Umwelt, sondern der Aufrechterhaltung politischer Macht. Sie sind ein Akt des Kolonialismus, aber nicht gegenüber einer fernen Kolonie sondern gegen das eigene Volk. Sie sind damit auch ein Rückschritt in den Feudalismus – was gut ins Bild paßt, denn die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung und die US-Verfassung sind Früchte der Aufklärung, aber die irrationale Klimareligion führt uns gerade zurück ins Mittelalter voller Teufel und Dämonen, die in „moderner“ Form der fleißig geschürten Klimakatastrophenängste wiederkehren. Wer aber in die Zeit vor der Aufklärung zurückkehrt darf sich nicht wundern, wenn er auch ein Herrschaftssystem aus dieser Zeit zurückerhält: Nie seit den Zeiten des Feudalismus hat sich die Politik so weit vom Volk entfernt wie heute. Nie seit dem Sonnenkönig war sie so realitätsfern, arrogant und aggressiv wie in Zeiten von Ökologismus und Schnüffelstaat.

Wir brauchen keinen Kriege, weder siebenjährige noch sonstwelche. Aber wir brauchen wieder eine neue Aufklärung. Die könnte zu einer guten Regierung führen, die diesen Namen auch verdient. Weder in Berlin noch in Brüssel ist derzeit aber eine „gute Regierung“ zu finden. Wir haben den Anspruch darauf nur dem Buchstaben nach, aber undemokratische Regelwerke lügen ebenso wie undemokratische Herrschaftssysteme. Nach dem Glück suchen müssen wir immer noch selbst. Jeder Anspruch auf Glück ist eine Illusion, eine Lebenslüge. Wir müssen uns immer noch selbst drum kümmern. Eine Neuauflage der Boston Tea Party wäre vielleicht ein guter Anfang. Der könnte auch in einer Verfassung münden, die diesen Namen verdient, d.h. die vom Volke ausgeht. 1989/90 war die Generalprobe, die aber nicht da geendet hatte wo man hierzulande gehofft hat, daß es hinführen würde. Ob wir freilich die Kraft für den eigentlichen Akt noch haben, muß die Zeit zeigen. Einstweilen bezweifele ich dies aber…

17.08.2008

Überraschung: diese Woche geht es los!

Gespeichert unter: Harry's log — Harry Zingel @ 5:35
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Ein dickes Ding. Diese Woche biegt es in die Zielgerade ein. Die Unterschriften sind längst drunter, die letzten Vorbereitungen sind fast abgeschlossen. Grafiken werden produziert, Dateien hergestellt, Faxe verschickt, Uploads vorbereitet.

Es ist fast so weit.

Warten wir’s ab… wird auch hier angekündigt. In wenigen Tagen ist es so weit!

Harry

Jetzt ist es raus: hier nachzulesen… und das Echo ist wie immer überwältigend, sogar an einem Samstag :-)

16.08.2008

Geprüfter Technischer Betriebswirt: Lösung zur Aufgabe zur Maschinenrechnung

Für die vor einer Woche an dieser Stelle bekanntgemachte Aufgabe zur Maschinenrechnung ist jetzt im BWL-Showcase auf der Zingelseite die Lösung erschienen. Wer sich also an der sicher nicht ganz trivialen Knallschote versucht hat, kann jetzt sehen, ob er richtig gelegen hat. Wie aus der Lösung ersichtlich, werden in der Aufgabe die wichtigsten statischen und dynamischen Verfahren zu einem komplexen Ganzen zusammengeführt. Die hier angewandten Verfahren und Konzepte bilden den Kern dessen, was erfahrungsgemäß in den Prüfungen „Technischer Betriebswirt“ von den Teilnehmern erwartet wird. Wer damit also Probleme hatte, hat jetzt noch eine Chance, sich bis zur bevorstehenden Herbstprüfung etwas weiter in die Themengebiete einzuarbeiten.

Wie immer werde ich im Forum für Betriebswirtschaft und durch zahlreiche Publikationen im BWL-Boten und auf der BWL CD alle Teilnehmer bei ihrem Bemühen unterstützen.

Die Veröffentlichung im BWL-Showcase ist vorübergehend und dauert bis ca. Anfang September. Die direkte Adresse der jeweils aktuellen Showcase-Publikation ist http://www.zingel.de/pdf/showcase.pdf.

Ach ja: diese Woche kommt hier noch eine Überraschung. Die ist gerade in der heißen Phase. Abwarten…

Harry

10.08.2008

Geprüfter Technischer Betriebswirt: neue Aufgabe zur Maschinenrechnung

Im Fortbildungsgang »Geprüfter Technischer Betriebswirt« ist offensichtlich die Maschinenrechnung von großer Wichtigkeit. Eine Vielzahl von Aufgaben ist ja bereits auf der allseits bekannten BWL CD enthalten. Für eine Seminargruppe habe ich soeben eine neue Aufgabe entworfen, die auf den ersten Blick überschaubar aussieht, aber voller Fallen steckt. Verschiedene Methoden müssen richtig ausgewählt, die hierfür jeweils nötigen Daten gefunden und/oder berechnet und die jeweiligen Verfahren sachgerecht angewandt werden. Zudem müssen zahlenmäßige Ergebnisse interpretiert und gedeutet werden: ganz offenbar eine Aufgabe von hoher Prüfungsrelevanz. Wer will, kann es hier selbst ausprobieren.

Die Lösung zu dieser Knallschote ist bedauerlicherweise nicht enthalten; sie wird aber voraussichtlich am 16. oder 17. August im BWL-Showcase auf der Zingelseite bekannt gemacht werden.

Auf allen ab heute hergestellten BWL CDs ist die Aufgabe samt zugehöriger Lösung und Erläuterung im Übungs-Ordner in der Datei „Maschinenrechnung.pdf“ enthalten.

Viel Spaß beim knobeln :-)

Harry

09.08.2008

Interne Zinsfußrechnung: seltsame Ergebnisse bei negativen Salden

Ein Teilnehmer im Forum für Betriebswirtschaft hat darauf aufmerksam gemacht, daß unter bestimmten Bedingungen (nämlich bei negativen Zahlungssaldem im Laufe eines Investitionsprojektes) die interne Zinsfußrechnung falsche Ergebnisse produziert (Originalposting). Am Montag erscheint hierzu im BWL-Boten ein Artikel, der gleichwohl jetzt schon eingesehen werden kann. Das Problem wird demonstriert und an zwei Beispielrechnungen anschaulich gemacht. Ich biete in dem Beitrag eine Lösung für das Problem an (Flächenverhältnis der positiven und negativen Salden). Wer Interesse an mathematischen Problemen hat ist gleichwohl eingeladen, den Artikel vor seinem offiziellen Erscheinen zu kommentieren und auf mögliche Fehler hinzuweisen.

Wenn ich mit meiner Vermutung recht habe, gibt es bestimmte allgemeine Rahmenbedingungen, unter denen die interne Zinsfußmethode generell unzuverlässig ist. Die Grenzen dieser Rahmenbedingungen habe ich aber noch nicht allgemeingültig formulieren können.

Na viel Spaß beim Knobeln :-)

Harry

07.08.2008

IHK-Gutachter: Undank ist der Welten Lohn…

Normalerweise lehne ich es ab, außerhalb eines Prüferamtes Prüfungsarbeiten zu begutachten, und das aus gutem Grund. Dabei spielt nicht nur eine Rolle, daß sowas von den eigentlich berufenen Ausschüssen nicht gerne gesehen wir, denn die fühlen sich übergangen. Es ist auch nicht der einzige Grund, daß ich mich nicht vor Arbeit retten könnte wenn sich herumspricht, daß ich eMail-Support leiste. Nein, das hat auch eine ganz andere Ursache. Schauen wir mal, welche:

Immer wieder schicken mir Leute nämlich mehr oder weniger verzweifelte Anfragen wegen Prüfungen, Klausuren und Projektarbeiten, und kürzlich habe ich mich breitschlagen lassen, ein einziges Mal. Ein Angebot auf Zahlung einer Gebühr habe ich abgelehnt, das wäre mit dem Ehrenamt ohnehin nicht vereinbar, aber eine unentgeltliche Durchsicht und grundlegende Begutachtung zugesagt, und also purzelte eine schriftliche Arbeit in meiner eMail-Box. Die aber hatte es in sich.

So wurden grundlegende Regeln nicht befolgt. Literaturnachweise, Fußnoten, Abbildungs- oder ähnliche Verzeichnisse fehlten völlig, Definitionen und theoretische Grundlagen, aus denen ein Ergebnis hätte erarbeitet werden können suchte man ebenso vergebens. Dafür wurde mit den bekannten Begriffen rein umgangssprachlich hantiert: Kosten, Aufwendungen, Zahlungen – alles dasselbe. In der „wirtschaftlichen Betrachtung“ gibt es keine einzige Berechnung. Und das beste war der Umgang mit der verwendeten Software, der so aussah, als wäre es das erste Mal. Nein, ein PC ist keine Schreibmaschine. Dafür verhackstückte schon ein anderer Druckertreiber die Arbeit, so daß man sie nicht wiedererkannte. Das also faßte ich in einer Mail an die Autorin zusammen und riet ihr dringend davon ab, die Arbeit in diesem Zustand einzureichen. Doch dies hätte ich wohl besser doch nicht gemacht:

Fünf Tage passierte nix und dann kam die Antwort, ich hätte ihr die Zornesröte ins Gesicht getrieben und ich könne sie mal. Sie hätte keinen „Geldscheisser“ (wörtlich zitiert!) „für so einen Schwachsinn“ und überhaupt.

Undank ist der Welten Lohn, das ist offenbar die Lehre, die ich aus diesem Desaster ziehen muß. Schließlich fragt mich wer nach meiner Meinung, hätte ich aus Höflichkeit lügen sollen? Ist nichts wert, was nichts kostet? Sollte ich in Wirklichkeit nicht beurteilen, sondern nur ein schon bestehendes „schlechtes Bauchgefühl“ zerstreuen?

Interessant ist auch die Art und Weise, wie manche Leute meinen, so was erledigen zu können. Es ist eben nicht damit getan, ein paar Seiten zusammenzuschustern: wer den höchsten Abschluß erlangen will, den die Industrie- und Handelskammer zu bieten hat, muß auch was dafür tun. Bei der Projektarbeit schließt das formale, inhaltliche und technische Aspekte ein – was prinzipiell sinnvoll ist, denn in einer mittleren Führungsposition, und auf eine solche zielen die Kammerlehrgänge, muß man heute technisch, formal und inhaltlich einwandfrei kommunizieren können. Das zu trainieren ist Sinn der Projektarbeit. Daß ich hier jemanden mindestens potentiell vor einem Prüfungsdesaster bewahrt habe, scheint indes nicht gut angekommen zu sein.

Immerhin bin ich auch als alter Sack noch lernfähig, und ich habe gelernt, solche Experimente künftig zu unterlassen. Es ist offensichtlich besser, solche Arbeiten nur noch im Rahmen der Ausschußarbeit zu lesen und auch nur dem Ausschuß zu berichten. Dann fällt man zwar ohne Vorwarnugn gleich durch, aber das ist offenbar von Leuten erwünscht, die auf solche Urteile ausfallend reagieren. Vorabbewertungen werden anscheinend nicht geschätzt, jedenfalls nicht, wenn sie negativ ausfallen. Also ist es besser, sie ganz zu unterlassen.

Undank ist der Welten Lohn…

Hinweise zur Abfassung und Präsentation solcher Arbeiten werden aber weiterhin erscheinen, und selbstverständlich stehe ich im Forum für Betriebswirtschaft für Fragen und Probleme aller Art zur Verfügung. Nur halt nicht mehr per eMail.

02.08.2008

Indien und die Zukunftsfähigkeit, oder wie Ideologien Arbeitsplätze vernichten

Solarenergie ist hyperteuer und die Windenergie vernichtet schon hierzulande Ressourcen und Arbeitsplätze, aber wir zahlen ja gerne immer höhere Strompreise, jedenfalls solange die Klimaschwindelreligion vom angeblichen Treibhauseffekt noch als Begründung für die Energieabzocke hält. Jetzt verpassen wir aber wieder eine Chance. Offenbar geht es diesem Land also noch immer viel zu gut.

Kernkraft, Raumfahrt und so vieles andere noch ist deutschen Ursprunges, aber in Peenemünde ist heute kein Weltraumflughafen und in Arnstadt kein Kernforschungszentrum, denn was Deutsche erfinden, verschafft anderen Wohlstand. So ist es auch in der Energieversorgung, wo der Rest der Welt erkannt hat, daß ohne Kernkraft keine bezahlbare und zukunftsfähige Stromversorgung möglich ist. Nur die Deutschen wissen es wieder besser. Am Deutschen Wesen soll wohl immer noch die Welt genesen.

Indien ist ein gutes Beispiel für das, was ich meine. Das Land entwickelt sich immer schneller von einer Agrar- zu einer Industrienation. Schon jetzt lassen alle großen Softwarehersteller dort zu günstigen Lohnkosten fertigen. Keine Frage, daß das Land eine große Zukunft hat, und schon in der Gegenwart hat es eine Regierung die eingesehen hat, daß diese Zukunft elektrische Energie braucht. Also will man Kernkraftwerke bauen, 40.000 Megawatt jährlich sollen bis 2030 zusätzlich in neuen Atomkraftwerken erzeugt werden. Das hat sogar den Segen der Amerikaner, die das bisherige Lieferverbot aufgehoben haben: die Investoren haben also freie Bahn, einen der am schnellsten wachsenden Märkte mit neuer Technologie zu versorgen. Und die Deutschen haben sogar staatliche Hermes-Bürgschaften, um solche Exporte abzusichern.

Aber genau da liegt der Hase im Pfeffer, denn obwohl das sogenannte Atomausstiegsgesetz kein Exportverbot vorsieht, ist die Kernkraftbranche doch weitgehend staatlich gelenkt – und das heißt, daß ein Export deutscher Kerntechnologie nur mit dem Segen der Politiker möglich ist. Die aber haben ihren fortgesetzten Boykott schon angekündigt – und, glaubt man den Medienberichten den Indern Windrädchen und Solaranlagen angeboten. Die aber lachen über „regenerative“ Energien, denn in New Delhi hat man erkannt, daß auf diese Art keine bezahlbare und sichere Energieversorgung sicherzustellen ist.

So verpassen wir wieder eine Chance, denn Briten, Franzosen, Amerikaner und Russen stehen beim indischen Energieministerium längst Schlange. Nur die dummen Deutschen nicht, von denen die ganze Welt einfach nicht lernen will, daß Wind“kraft“ alleine als Energieversorgung ausreicht. Kann man schon den Iranern den Zugang zur stärksten Energiequelle die wir kennen nicht mehr verweigern, versucht man es wenigstens bei den Indern. So bleibt wenigstens die deutsche Arbeitslosigkeit nachhaltig, ebenso wie das mit dem Exportverbot verbundene ideologische Hochgefühl, wieder mal den Planeten gerettet zu haben. Bis wir es eines Tages doch noch einsehen. Dann aber können wir ja die neuen Kernkraftwerke, die wir eigentlich schon heute dringend brauchen, aus Indien importieren.

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