Produktionsbetriebe sind oft sehr qualitätsorientiert, denn die Konkurrenz macht ebenso gute Produkte. Man kann sich also nur im Bereich des formalen und des erweiterten Produktes vom Mitbewerber abheben. Dort findet der Wettbewerb statt – meistens. Einige Fehler wurden nämlich noch immer nicht eingesehen. Dabei genügt, wie so oft, ein wenig gesunder Menschenverstand.
So ärgere ich mich seit Jahren über Bedienungsanleitungen, die ausschließlich aus kryptischen Skizzen bestehen und kein einziges Wort beschreibenden Text enthalten. Anstatt daß die Montage der Teile, aus denen ein zerlegt geliefertes Möbelstück besteht, Schritt für Schritt erklärt wird, muß man sich mit Zeichnungen auseinandersetzen, aus denen nicht hervorgeht, welche Schrauben wohin gehören, oder wie herum man ein Brett halten muß, wenn man es befestigt. Anscheinend hält man alle Möbelkäufer für Analphabeten IKEA ist angeblich die Übersetzung für „ich kriege einen Anfall“.
Während unsere zahlreichen Bücherregale längst von einer übrigens sehr empfehlenswerten Tischlerei gebaut werden, haben wir letzzte Woche doch einen Gartentisch in einem Möbelmarkt gekauft. Die zugehörige Aufbauanleitung zeigt das folgende, wenig optimale Bild:

Aufbauanleitung für einen Gartentisch
Was also sagt uns das über die vielen gebogenen Metallteile, aus denen man den Fuß zusammensetzen muß? Wozu sind die vielen mitgelieferten Schrauben, und was soll man mit den komischen kleinen Plasteteilen machen?
Immerhin hat der Hersteller dazugelernt. Diese Anleitung ist nicht mehr für Analphabeten. Jaaa, sie enthält sogar ein wenig beschreibenden Text:

Eine gut lesbare Teileliste
Immerhin, das hier ist nicht mehr für Analphabeten: man muß Sinologe sein, oder gleich selbst aus China stammen, um das hier zu verstehen. Haben die Hersteller uns also früher alle für des Lesens unkundig gehalten, werden jetzt die Anforderungen an kognitive Grundfertigkeiten des Kunden doch deutlich gesteigert
Insgesamt war der Tisch wieder erneut ein Grund für einen Anfall – und zwar auch für meine Frau, die es aber letztendlich doch geschafft hat: für meine breiten Bärentatzen ist das ohnehin nix. Wenn es nicht mit der Tastatur geht, versuche ich es mit der Maus. Wenn das auch nicht geht, lasse ich es verächtlich liegen.