Harry Zingel’s BWL-Weblog

12.12.2008

»Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte«

Gespeichert unter: Wider den Zeitgeist — Harry Zingel @ 8:08
Tags: , ,

Die Alpen versinken im Schnee, in Frankreich fallen in ganzen Regionen Strom und Telefon aus, nicht (nur), weil man die Leitungen so schlecht gewartet hat, sondern weil sie unter den Schneemassen zusammenbrechen, und sogar in den Südstaaten der USA sind fast 20 cm Schnee gefallen, insbesondere in Louisiana und Mississippi: ein Verkehrschaos, kein Strom auch dort. Und global wird es kühler (statt wärmer), von globaler Erwärmung keien Spur: letzten Winter gab es sogar Schnee in Baghdad, seit Menschengedenken zum ersten Mal. Seit 7.000 Jahren der erste Schnee. Das ist die globale Erwärmung, vor der wir uns so fürchten sollen.

Nur bei der Klimaschwindel-Konferenz überbieten sich die Staats- und Regierungschefs mit immer neuen Kürzungs- und Rationierungs-Vorschlägen.

»Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte« sagte der Maler Max Liebermann 1933 angesichts eines Fackelzuges der SA. Heute ist es wieder so weit, nur daß die neuen Öko-Sturmabteilungen heute gesitteter kämpfen, doch ebenso strukturelle Gewalt ausübt wie einst die braunen Schläger.

»Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte«

26.10.2008

Unbequeme Wahrheiten: die entschwundene globale Erwärmung

In Zeiten der Finanzmarktkrise geht es mit der globalen Erwärmung wie einst mit Waldsterben und Ozonloch: gestern noch in aller Munde und heute erfolgreich entschwunden. Die Klimaschwindler präsentieren uns freilich immer noch in der besten TV-Sendezeit den ertrinkenden Eisbären als Sympathieträger, doch das mit wenig Erfolg. Der derzeit arg gebeutelte Kapitalanleger kann sich kaum noch für den Treibhauseffekt erwärmen. Ein Blick auf die Fakten lehrt, weshalb:

Der entschwundene Klimaschwindel

(Quelle der Daten hier)

Die Wissenschaftler mögen uns endlich erklären, warum sie das Wetter nicht für drei Wochen vorhersagen können aber genau wissen, warum es in hundert Jahren vier (sechs? acht?) Grad wärmer sein wird. Sie mögen auch erläutern, was an einer höheren Temperatur und mehr CO2 in der Atmosphäre so schlecht sein soll, denn beides fördert das Pflanzenwachstum. Bisherige Klima-Mythen haben sich jedenfalls stets als unwahr herausgestellt, eine unbequeme Wahrheit. Daran hat auch der 2007 an den Hedgefonds-Manager Al Gore verliehene Nobelpreis nichts ändern können – außer, daß man die Nähe zwischen Klimaschwindel und Finanzmarktschwindel kaum augenfälliger demonstrieren und den Ruf des Friedensnobelpreises kaum besser demontieren konnte.

Vor fast 500 Jahren verfaßte Luther seine berühmten 95 Thesen gegen den Ablaßhandel, und setzte damit eine grundlegende Reform des Christentums in Gang. Wir brauchen wieder jemand, der Thesen an Kirchentüren anschlägt. Wir brauchen wieder eine neue Reformation. Wir müssen Märkte und Politik von der Lüge reingen, und die Regierung darauf zurückführen, das Wohl der Menschen (und nicht das der Finanzwirtschaft) zu fördern. Wir brauchen günstige Nahrungsmittel und billige Energie aber keinen Emissionshandel. Wir brauchen Freiheit und Fortschritt und keine grüne Sklaverei. Das ist der wahre Sinn des Reformationstages: wir brauchen einen Neuanfang. Das hat der Klimaschwindel nicht geschafft, obwohl so viele davon profitieren, aber das bewirkt möglicherweise die Finanzkrise.

23.08.2008

Vom deutschen Wesen, oder der Anspruch auf Glück

Viele der gegenwärtigen kindischen Zankereien in Wahlkämpfen und anderen politischen Peinlichkeiten versteht man erst, wenn man die zugrundeliegenden Prinzipien und Mechanismen aufdeckt. Das aber ist schwierig, denn die stehen nicht im Gesetzbuch – oder etwa doch? Wagen wir mal einen tiefen Blick hinter die Kulissen.

So werden Grundannahmen und Weltanschauungen nicht oft ausgesprochen. Sie sind meist nur unter der Oberfläche wirksam. Bisweilen stehen sie aber auch klipp und klar in Artikeln und Paragraphen. Dort muß man sie aber auch finden: „We, the People“ beginnt die US-Verfassung, „Wir, das Volk“. Schon das eine Leistung, die man weder im Grundgesetz noch in den noch viel undemokratischeren EU-Vertragswerken findet. Gerade von einer solchen undemokratischen Macht hatten sich die 13 britischen Kolonien in Nordamerika am 4. Juli 1776 losgesagt – mit der Unabhgängigkeitserklärung, einem der großartigsten Dokumente der Weltgeschichte:

»Life, Liberty and the Pursuit of Happiness«

Diese Worte, die Thomas Jefferson aufgrund der Schriften von John Locke verfaßte, passen gut in unsere heutige Zeit, denn man kann sie mit dem deutschen Grundgesetz oder gar der EU-Charta der Grundrechte vergleichen. Dabei freilich entsteht ein vernichtendes Bild. „Leben, Freiheit und die Suche nach Glück“ sind nämlich im amerikanischen Rechtssystem die einzigen Grundrechte. Auf Leben, Freiheit und die Suche nach Glück, hat jeder Mensch einen natürlichen Anspruch, die Suche nach Glück, nicht aber einen verbrieften Anspruch auf das Erreichen von Glück. Hier aber steckt ein tiefgreifender Unterschied zur anscheinend sehr europäischen Anspruchsmentalität.

Werfen wir nämlich einen Blick in das deutsche Grundgesetz, so finden wir eine Vielzahl von Anspruchsregeln. Schon die Grundrechte, Art. 1 bis 19 GG, verbriefen nicht (nur) das Recht auf Leben und Freiheit, sondern einen Anspruch auf Glück. Wie aber kann man den garantieren? Ähnlich ist es in der EU-Charta der Grundrechte, die in den gescheiterten EU-Verfassungsvertrag integriert worden war und auch im neuen EV-Vertrag erscheint: Neben Leben und Freiheit findet man dort ganze 54 Artikel mit einer Vielzahl von Ansprüchen des Einzelnen, die in der Summe einen Anspruch auf Glück verkörpern, darunter so entlegene Dinge wie einen Anspruch auf eine „gute Verwaltung“. Wer aber soll das alles garantieren, und wie?

Demokratischer Anspruch und politische Wirklichkeit

In dem Zusammenhang fällt auf, daß weder das Grundgesetz noch der EU-Vertrag Verfassungscharakter haben, denn das setzt voraus, daß das jeweilige Regelwerk vom Volk in seiner Eigenschaft als Volksksouverän ausgegangen ist. Dies freilich ist nicht der Fall: Im Grundgesetz steht in Art. 146 klipp und klar für alle zu lesen, daß dieses von den Alliierten Siegermächten diktierte Gesetzeswerk weder vom Deutschen Volke noch demokratisch beschlossen wurde, also keine Verfassung ist. Dieser fortwährende Zustand der nationalen Versehrtheit läßt interessante und weitreichende Schlüsse auf die Legalität und Wirksamkeit der gegenwärtigen Gesetzgebung zu, die an dieser Stelle zu diskutieren aber den gegebenen Rahmen sprengen würde. Ebenso undemokratisch wie das Grundgesetz sind aber auch die EU-Verträge in ihren diversen Versionen zustandegekommen, denn das Volk wurde nie gefragt. Als man aber 2005 in Frankreich und in den Niederlanden den Fehler machte, das Volk über die EU-Verfassung zu befragen, scheiterte diese prompt – und wird nun über die Hintertür als neuer EUdSSR-Vertrag fern von Volkes Wille in Brüssel ins Werk gesetzt. Besteht hier aber ein weiteres verborgenes Grundprinzip?

Es hat nämlich den Anschein, daß vom Volk ausgehende Regelungen, wie die US-Verfassung und die ihr vorausgehende Unabhängigkeitserklärung, in dem Sinne realistisch sind daß sie nur versprechen, was auch gehalten werden kann – nämlich Leben, Freiheit und die Suche nach Glück. Für undemokratische Systeme ist aber gerade typisch, daß eine Vielzahl von Scheinrechten aufgebaut werden, die dann aber gerade nichts bewirken – und auf diese Weise die Herrschaft der Mächtigen sichern. Das aber bringt uns zurück ins 18 Jahrhundert…

Die Boston Tea Party

Im Siebenjährigen Krieg hatten die 13 britischen Kolonien in Nordamerika, für die die 13 rot-weißen Streifen der US-Flagge bis heute stehen, ihre Interessen gegen das Mutterland und gegen Frankreich verteidigt. Nach 1763 versuchte die britische Regierung, die Kriegskosten in Gestalt von Steuern und Abgaben von den Kolonien hereinzuholen, was am 16.12.1773 zu einem Akt des zivilen Ungehorsams führte: als Indianer verkleidete Bostoner Bürger drangen in den Hafen ein und warfen die Ladungen der Schiffe der englischen East India Trading Company ins Hafenbecken, die Boston Tea Party. Dieser Akt des Widerstandes war der historische Anfangspunkt der Loslösung der britischen Kolonien, der in der Unabhängigkeitserklärung gipfelte.

Auch die Europäer sind von Steuern gedrückt, und die künstlichen Verteuerungen und Verknappungen durch Ökologismus und Klimareligion kommen verschärfend hinzu. Auch sie dienen aber nicht der Umwelt, sondern der Aufrechterhaltung politischer Macht. Sie sind ein Akt des Kolonialismus, aber nicht gegenüber einer fernen Kolonie sondern gegen das eigene Volk. Sie sind damit auch ein Rückschritt in den Feudalismus – was gut ins Bild paßt, denn die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung und die US-Verfassung sind Früchte der Aufklärung, aber die irrationale Klimareligion führt uns gerade zurück ins Mittelalter voller Teufel und Dämonen, die in „moderner“ Form der fleißig geschürten Klimakatastrophenängste wiederkehren. Wer aber in die Zeit vor der Aufklärung zurückkehrt darf sich nicht wundern, wenn er auch ein Herrschaftssystem aus dieser Zeit zurückerhält: Nie seit den Zeiten des Feudalismus hat sich die Politik so weit vom Volk entfernt wie heute. Nie seit dem Sonnenkönig war sie so realitätsfern, arrogant und aggressiv wie in Zeiten von Ökologismus und Schnüffelstaat.

Wir brauchen keinen Kriege, weder siebenjährige noch sonstwelche. Aber wir brauchen wieder eine neue Aufklärung. Die könnte zu einer guten Regierung führen, die diesen Namen auch verdient. Weder in Berlin noch in Brüssel ist derzeit aber eine „gute Regierung“ zu finden. Wir haben den Anspruch darauf nur dem Buchstaben nach, aber undemokratische Regelwerke lügen ebenso wie undemokratische Herrschaftssysteme. Nach dem Glück suchen müssen wir immer noch selbst. Jeder Anspruch auf Glück ist eine Illusion, eine Lebenslüge. Wir müssen uns immer noch selbst drum kümmern. Eine Neuauflage der Boston Tea Party wäre vielleicht ein guter Anfang. Der könnte auch in einer Verfassung münden, die diesen Namen verdient, d.h. die vom Volke ausgeht. 1989/90 war die Generalprobe, die aber nicht da geendet hatte wo man hierzulande gehofft hat, daß es hinführen würde. Ob wir freilich die Kraft für den eigentlichen Akt noch haben, muß die Zeit zeigen. Einstweilen bezweifele ich dies aber…

02.08.2008

Indien und die Zukunftsfähigkeit, oder wie Ideologien Arbeitsplätze vernichten

Solarenergie ist hyperteuer und die Windenergie vernichtet schon hierzulande Ressourcen und Arbeitsplätze, aber wir zahlen ja gerne immer höhere Strompreise, jedenfalls solange die Klimaschwindelreligion vom angeblichen Treibhauseffekt noch als Begründung für die Energieabzocke hält. Jetzt verpassen wir aber wieder eine Chance. Offenbar geht es diesem Land also noch immer viel zu gut.

Kernkraft, Raumfahrt und so vieles andere noch ist deutschen Ursprunges, aber in Peenemünde ist heute kein Weltraumflughafen und in Arnstadt kein Kernforschungszentrum, denn was Deutsche erfinden, verschafft anderen Wohlstand. So ist es auch in der Energieversorgung, wo der Rest der Welt erkannt hat, daß ohne Kernkraft keine bezahlbare und zukunftsfähige Stromversorgung möglich ist. Nur die Deutschen wissen es wieder besser. Am Deutschen Wesen soll wohl immer noch die Welt genesen.

Indien ist ein gutes Beispiel für das, was ich meine. Das Land entwickelt sich immer schneller von einer Agrar- zu einer Industrienation. Schon jetzt lassen alle großen Softwarehersteller dort zu günstigen Lohnkosten fertigen. Keine Frage, daß das Land eine große Zukunft hat, und schon in der Gegenwart hat es eine Regierung die eingesehen hat, daß diese Zukunft elektrische Energie braucht. Also will man Kernkraftwerke bauen, 40.000 Megawatt jährlich sollen bis 2030 zusätzlich in neuen Atomkraftwerken erzeugt werden. Das hat sogar den Segen der Amerikaner, die das bisherige Lieferverbot aufgehoben haben: die Investoren haben also freie Bahn, einen der am schnellsten wachsenden Märkte mit neuer Technologie zu versorgen. Und die Deutschen haben sogar staatliche Hermes-Bürgschaften, um solche Exporte abzusichern.

Aber genau da liegt der Hase im Pfeffer, denn obwohl das sogenannte Atomausstiegsgesetz kein Exportverbot vorsieht, ist die Kernkraftbranche doch weitgehend staatlich gelenkt – und das heißt, daß ein Export deutscher Kerntechnologie nur mit dem Segen der Politiker möglich ist. Die aber haben ihren fortgesetzten Boykott schon angekündigt – und, glaubt man den Medienberichten den Indern Windrädchen und Solaranlagen angeboten. Die aber lachen über „regenerative“ Energien, denn in New Delhi hat man erkannt, daß auf diese Art keine bezahlbare und sichere Energieversorgung sicherzustellen ist.

So verpassen wir wieder eine Chance, denn Briten, Franzosen, Amerikaner und Russen stehen beim indischen Energieministerium längst Schlange. Nur die dummen Deutschen nicht, von denen die ganze Welt einfach nicht lernen will, daß Wind“kraft“ alleine als Energieversorgung ausreicht. Kann man schon den Iranern den Zugang zur stärksten Energiequelle die wir kennen nicht mehr verweigern, versucht man es wenigstens bei den Indern. So bleibt wenigstens die deutsche Arbeitslosigkeit nachhaltig, ebenso wie das mit dem Exportverbot verbundene ideologische Hochgefühl, wieder mal den Planeten gerettet zu haben. Bis wir es eines Tages doch noch einsehen. Dann aber können wir ja die neuen Kernkraftwerke, die wir eigentlich schon heute dringend brauchen, aus Indien importieren.

13.06.2008

Wo es rückwärts vorwärts geht: über Produktivität, Knappheit und Herrschaft

Wirtschaftliche Austauschprozesse in der Gesellschaft führen gleichsam durch eine „unsichtbare Hand“ (Adam Smith) zu optimaler Faktorallokation, so eine über 200 Jahre alte Basisannahme der Markttheorie. Mehr noch führt egoistisches Handeln unintendiert zu gesamtgesellschaftlichem Nutzen (Say’sches Theorem), was inhärent auch impliziert, daß eine lenkende Zentralinstanz nicht erforderlich ist. Der Staat, so die Erkenntnis der liberalen Theoretiker, stört die Marktprozesse eher als daß er sie fördert. Er führt, technisch gesagt, zu suboptimaler Faktorallokation: teure und schlechte Güter, wie zum Beispiel in den öffentlichen Zwangsversicherungen.

Mit diesen Grundgedanken könnte man friedlich eine goldene Zukunft erleben, hätte das Marktmodell nicht einen schweren Konstruktionsfehler – einen, den die schottischen Moralphilosophen des 18. Jahrhunderts, die Konflikttheoretiker des 19. Jahrhunderts und die liberalen Denker des 20. Jahrhunderts noch nicht voraussehen könnten: den Zusammenhang zwischen Produktivität, Freiheit und politischer Macht.

Produktivität ist allgemein das Verhältnis aus Faktoroutput und Faktorinput. Durch technisch-wissenschaftliche Verbesserungen der letzten Jahrhunderte können immer weniger Arbeiter und immer bessere Maschinen mit weniger Kapital, Zeit und Rohstoffen mehr und immer mehr und immer bessere Güter erzeugen. Die Produktivität korreliert daher hochgradig mit dem Bruttoinlandsprodukt, und mit der wirtschaftlichen Freiheit: kann man nämlich produktiver mehr und besser leisten, so kann man auch mehr besser leben: mehr Menschen, höherer Lebensstandard. Konnten vor wenigen Jahrhunderten nur wenige sich eine Reise nach Italien leisten (z.B. Goethes berühmter Weg ins Land, wo die Zitronen blühen), kann heute jeder Sozialhilfeempfänger den Sommer auf Mallorca verbringen. Das Taxi zum Flughafen kostet mehr als der anschließende Billigflug. So buchstabiert sich aber nicht nur wirtschaftliche-, sondern auch politische Freiheit, denn diese ist nicht nur die Freiheit des Andersdenkenden (Rosa Luxemburg), sondern auch die Freiheit der individuellen Wahlhandlungsfreiheiten. Welche viel mit Energie, Mobilität und geographischer Beweglichkeit zu tun haben.

Politische Freiheit ist damit immer auch die Abwesenheit von Armut, denn wer an Mangel leidet, kann seine Bedürfnisse nicht befriedigen. Knappheit als Grundphänomen der Wirtschaft war aber immer auch ein Herrschaftsmittel mehr oder weniger totalitärer Staaten, die ungeliebten Subjekten Güter und damit wirtschaftliche Wahlhandlungsfreiheiten als Strafe oder Unterdrückungsmaßnahme entzogen. Das Gefängnis ist nur die heftigste Form der Unfreiheit. Allgemein kann Unfreiheit aus wirtschaftlicher Sicht als hochgradige Knappheit und Freiheit als Abwesenheit von Knappheit definiert werden.

Knappheit ist aber stets auch der Grund für politische Herrschaft, denn nur wer bei einer zentralen Instanz um Erlaubnis nachfragen und um Güter betteln muß, ist beherrschbar. Die Politik zieht aus der Aufgabe der gesellschaftlichen Allokation ihre Existenzberechtigung: Bezugsscheine müssen verteilt, Rationen vergeben und Sparmaßnahmen festgesetzt werden. Wer hingegen eigene Ressourcen nutzt und niemanden fragen muß, hat eigene Wahlhandlungsfreiheiten, ist also weniger beherrschbar. Er ist frei. Die Zunahme der Produktivität hat also seit Jahrhunderten auch eine inhärente Zunahme von Freiheiten bewirkt. Und genau hier liegt ein großes Problem.

Mit dem technisch-wissenschaftlichen Fortschritt steigt die Produktivität und mit ihr sinken Knappheit und Not, denn der Mensch lernt immer besser, sich die Erde untertan zu machen, also zugleich individuelle Wahlhandlungsfreiheiten zu entwickeln. Das ist genau die Prognose der optimalen Faktorallokation, die zugleich gerade auch eine Optimierung von Freiheiten darstellt. Das aber raubt der politischen Herrschaft auf Dauer die Basis, denn plötzlich gibt es keine Bezugsscheine mehr zu verteilen und Sparmaßnahmen mehr zu verhängen. „Stell Dir vor es ist Politik und keiner geht hin“: was aber macht ein begnadeter Staatslenker, den keiner mehr braucht? Geht er in den unverdienten, gleichwohl aber goldenen Ruhestand?

Wohl kaum: er macht Krieg, oder „Umweltschutz“, denn beides verknappt und schafft neue Not. Da das traditionsreiche kriegsbasierte Herrschaftsmodell heute aber bedauerlicherweise nicht mehr richtig geht, jedenfalls nicht mehr in Europa, muß der Umweltschutz her. Dieser ist das aktuelle Herrschaftsmittel, denn die diversen Umweltschutzvorschläge greifen nicht umsonst die Energieversorgung des Landes an: Produktivität ist weitgehend eine Funktion der Energiedichte, d.h. über je mehr und je dichtere Energie eine Wirtschaft verfügt, desto produktiver ist sie, und desto freier sind die Menschen. Und desto weniger brauchen sie die politischen Parasiten. Das ist, wo die Angst ins Spiel kommt.

Angst nämlich ist ein sekundärer Herrschaftsmechanismus. Durch Angst kann man Menschen gegen ihren Willen zu einem Tun oder Unterlassen bewegen, also Macht ausüben. Das weiß schon jeder Erpresser, der die Angst seines Opfers in Geld verwandelt, doch auch auf gesamtgesellschaftlicher Ebene ist es nicht anders: Haben die Leute heute keine Angst mehr vor den Teufeln, den Franzosen, den Juden oder den Russen, so müssen sie tüchtig Angst vor der Klimakatastrophe haben. Alle wollen bekanntlich zurück zur Natur, aber keiner zu Fuß: macht man den Menschen glauben, der Weltuntergang stehe unmittelbar bevor, so hören sie auf, weiter nach höherer Produktivität und mehr Macht über die Natur zu streben. Produktionsfaktoren werden wieder knapper und die Herrschaft wird stabiler. Kein Wunder also, daß die United Nations den Weltuntergang jetzt auf das Jahr 2020 festgesetzt haben: wir können zwar nicht das Wetter für drei Wochen vorhersagen, aber wir wissen natürlich ganz genau, daß in 2020 die große Klimakatastrophe kommt. Nur Jehovas Zeugen sind noch besser bei solchen Untergangsprophezeiungen. Je mehr der „Klimawandel“ geglaubt wird, und je mehr Angst man davor hat, desto wirksamer lassen sich die Energieversorgung, die ihr folgende Produktivität und damit die wirtschaftlichen Freiheiten einschränken und politische Herrschaftssysteme stabilisieren. Genau das beobachten wir derzeit in der EU.

Diese will bekanntlich bis zum Jahr der Treibhauskatastrophe den Anteil „erneuerbarer“ Energien auf 20% (30%? 40%?) zwangserhöhen und zugleich aus Kohleverstromung wie aus Kernenergie aussteigen – und möglichst noch Verbrennungsmotoren gleich mitverbieten. Es ist daher unschwer zu prognostizieren, daß Heizenergie und Mobilität bald nur noch auf Rationierungsschein erhältlich sein werden, also die ökonomische Befreiung der letzten 200 Jahre in kurzer Zeit zurückgedreht werden soll. Keine Flugreisen mehr, kein Winter im warmen Süden, keine freie Fahrt für freie Bürger, keine ökonomischen Wahlhandlungsfreiheiten mehr. Wir beobachten, in einem Wort gesagt, die Rückkehr von Knappheit, Armut, Not und damit von politischer Herrschaft. Wir sind also da, wo es rückwärts vorwärts geht.

Der Umweltschutz, oder besser was man dafür hält, wird ganz offenbar das große Thema des 21. Jahrhunderts, wie der Krieg das Thema des vergangenen Jahrhunderts war. Nach dem Ende der religiösen Herrschaft des Mittelalters hatten praktisch alle Herrscher seit Napoleon sich auf Staatsterror als wesentlichen Machtmechanismus festgelegt, was in Auschwitz und Hiroshima zum schrecklichen Ende kam. Im sogenannten „Kalten Krieg“ hat man binnen nur fünfzig Jahren eingesehen, daß dieses Modell wirklich keine Zukunft hat. Jetzt wird man voraussichtlich mehr als fünfzig Jahre brauchen einzusehen, daß die Beschränkung technisch-wissenschaftlichen Fortschrittes unter ökologistischem Vorwand noch weniger Zukunft hat. Natürlich ist der Treibhauseffekt menschengemacht: er ist von den Menschen gemacht, die von ihm leben, nämlich den Politikern und den von ihnen gutbezahlten Wissenschaftlern, also den Parasiten. Brachte uns der „Kalte Krieg“ noch zum Mond, also in eine Phase technisch-wissenschaftlicher Entwicklung, die wenngleich auch kriegsgetrieben doch die Freiheiten erhöhte und das Leben verbesserte, so steht nunmehr eine Epoche der nachhaltigen Stagnation und des Rückschrittes an. Jetzt beginnt die Öko-Zeit. Die Periode, in der es rückwärts vorwärts geht. Die Rückkehr von Knappheit, Not und Armut. Die fetten Jahre, so die einfache Wahrheit, sind schon vorbei. Jedes Jahr ist jetzt ein mittleres Jahr: schlechter als das vorige, aber besser als das kommende. Jedenfalls dann, wenn wir die politische Kaste ungebremst gewähren lassen.

Bloggen Sie auf WordPress.com.