Harry Zingel’s BWL-Weblog

12.12.2008

»Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte«

Gespeichert unter: Wider den Zeitgeist — Harry Zingel @ 8:08
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Die Alpen versinken im Schnee, in Frankreich fallen in ganzen Regionen Strom und Telefon aus, nicht (nur), weil man die Leitungen so schlecht gewartet hat, sondern weil sie unter den Schneemassen zusammenbrechen, und sogar in den Südstaaten der USA sind fast 20 cm Schnee gefallen, insbesondere in Louisiana und Mississippi: ein Verkehrschaos, kein Strom auch dort. Und global wird es kühler (statt wärmer), von globaler Erwärmung keien Spur: letzten Winter gab es sogar Schnee in Baghdad, seit Menschengedenken zum ersten Mal. Seit 7.000 Jahren der erste Schnee. Das ist die globale Erwärmung, vor der wir uns so fürchten sollen.

Nur bei der Klimaschwindel-Konferenz überbieten sich die Staats- und Regierungschefs mit immer neuen Kürzungs- und Rationierungs-Vorschlägen.

»Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte« sagte der Maler Max Liebermann 1933 angesichts eines Fackelzuges der SA. Heute ist es wieder so weit, nur daß die neuen Öko-Sturmabteilungen heute gesitteter kämpfen, doch ebenso strukturelle Gewalt ausübt wie einst die braunen Schläger.

»Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte«

12.11.2008

Die brennende Bibliothek, oder warum das Internet der Bildung schadet

Während einige einstige Science Fiction Visionen wie billige und überall verfügbare Energie oder die Besiedlung der Planeten sich bisher nicht materialisiert haben (und dies vielleicht auch gar nicht sollen, hat im virtuellen Raum die Zukunft tatsächlich begonnen: alles Wissen der Welt, die großen Bibliotheken der Nationen, werden online verfügbar. Einst verborgenes Wissen ist nur noch einen Mausklick entfernt. Nichts geschieht mehr isoliert an einem Ort sondern alles stets global und offen für alle. Doch nützt das auch der Bildung? Schauen wir mal etwas näher hin.

Ich erinnere mich noch sehr gut an meine Flüge mit der Air India: acht Stunden Verspätung, drangvolle Enge an Bord, wenig Essen – aber 30 kg Bordgepäck (!) wurden akzeptiert. Ohne Mehrkosten. So wuchtete ich Bücher, die damals nur in Indien zu bekommen waren, in meine rasch wachsende Bibliothek hier in Deutschland, damals unbezahlbar im Einzelversand per Paket. Heute aber wären solche Kofferkraftakte überflüssig, denn die alten Texte gibt es längst in ausgezeichneten Ausgaben (mit Original-Sanskrit, Interlinear-Übersetzung und Kommentaren) im Netz. Und die Bücher können aus Delhi bestellt werden. Harte Zeiten für Makler: deren Wissensvorsprung schmilzt im Netz wie Butter in der Sonne. Was aber hat uns das gebracht?

Man könnte meinen, daß die jederzeitige Verfügbarkeit von Wissen zu einem gewaltigen Fortschritt an Bildung geführt hat, doch das scheint immer mehr ein Irrtum zu sein. Nach wie vor gibt es eine Menge Schüler, die nichtmal die Prozentrechnung beherrschen, und Lehrgangsteilnehmerkommentare wie „warum diktieren Sie uns nicht einfach etwas?!“ (von Erwachsenen gehört!) lassen tief in die Denk- und Lernfaulheit unserer Zeit blicken. Die Wikipedia auf vier DVD-ROMs kann dagegen anscheinend nicht helfen: man hat gewaltige Datenmengen jederzeit parat, aber nutzt sie nicht. Die reine Verfügbarkeit von Wissen nützt also offensichtlich nichts.

Mehr noch als die Unbildung in Einzelfällen offenbart sich die Denkfaulheit und Bildungsferne unserer Zeit in der Rückkehr des primitiven Aberglaubens in einer „modernen“ Form. Deutsche Wissenschaftler ebneten einst den Weg zum Mond aber heute glaubt das Volk willig an Waldsterben, Ozonlöcher und Klimaschwindel und läßt sich nicht minder willig im Namen der Planetenrettung abzocken. Angst aber haben nur Unwissende – und das selbst nachdem der Klimaschwindel-Film sogar im deutschen Fernsehen lief. Noch immer hinterfragt niemand, warum man keine Wettervorhersage für drei Wochen aufstellen kann aber genau weiß, was in hundert Jahren mit dem Klima los ist, nach wie vor werden die haarigsten Öko-Legenden zu harter Währung in unserer grünen Demokratur. Der Klimaschwindel ist geradezu ein Paradebeispiel für die generelle Unbildung, denn nur ein dummes Volk ist leicht regierbar und ohne Widerstand besteuerbar. Niemand will wirklich Bildung und Kompetenz, denn dann würden zu viele unbequeme Fragen gestellt werden.

Die rasant wachsenden Datenmengen bleiben Information. Sie werden nicht zu Wissen und schon gar nicht zu Bildung, denn Bildung ist bedeutungsvolle Information. Das aber setzt voraus, Informationen einordnen und in ihrer Wechselwirkung bewerten, also verstehen zu können. Und genau das beherrscht heute kaum noch jemand, gut daran dokumentiert, daß Auswendiglerner reihenweise durch Prüfungen fallen. Sie können nicht mehr in Analogien denken, ihnen fehlen selbst bei vorhandenem Wissen das Können und das Erkennen. Das ist bequem und gleichermaßen politisch korrekt, denn zum Erfolg gibt es keinen Lift, so wenig wie zu Bildung und Erziehung. Dies ist ein steiniger und langer Weg, der mit Altsprachen und Mathematik beginnt und erst danach zu wirklicher Bildung führt. Weniger ist mehr, möchte man meinen, weniger Datenmengen, dafür mehr Tiefenanalyse, mehr Quellenstudium, mehr Lesen. Und weniger virtuelle Oberflächlichkeit und digitalen Scheinwelten.

Wir sind, so das Ergebnis der Analyse, in der Informationsgesellschaft steckengeblieben. Zur Bildungsgesellschaft kommt man aber nicht durch höhere Bandbreiten und schnellere Prozessoren, sondern durch viel Fleiß und Verzicht, also in der arbeitsscheuen Spaßgesellschaft gar nicht. Wir haben immer mehr Bücher, aber wir besitzen sie nicht mehr wirklich. Wir erwerben nur Daten, nicht mehr aber Bildung. Die digitale Bibliothek unserer Zeit brennt, aber zeitgemäß nicht in hellen Flammen, sondern auf neue, digitale Weise: überall wirbeln Informationsfetzen herum, aber sie haben ihren inneren Zusammenhang und damit ihre Bedeutung verloren. Nicht Informationen sind nutzbar, nur Bildung und Wissen sind es. Darab aber mangelt es heute mehr denn je.

Das ist, was mich nach zwanzig Jahren Dozentendasein traurig stimmt, denn der Bildungsarbeiter ist machtlos geworden. Er muß zwar keine Aktentasche mit ein paar Kopien mehr schleppen sondern hat Tausende von Büchern in der Festplatte, aber niemand will wirklich was im Kopf haben. Doch da, und nur da, sind Daten auch wirklich nützlich. Die Bildung ist physikalisch leichter doch gesellschaftlich schwerer geworden. Wir leben wieder für Brot und Spiele, wie einst im späten Rom, als Varro die Götter in Sichere und in Unsichere einteilte, die, für die es noch einen Kult gab, und die, von denen man nur noch einen Namen hatte. Nomina nuda tenemus, ein Motto unserer Zeit. Wir haben nur noch Namen und Daten, aber keine Meisterschaft mehr darüber. Mittelalterliche Denker, die nur wenige Bücher je gelesen hatten, waren uns an Bildung und Wissen beiweitem voraus. Wir aber sind, so lernen wir im Cyberspace, nicht mehr am Anfang der Zukunft, sondern am Ende der Geschichte, denn ein Volk ohne Bildung ist ein Volk ohne Identität. Wer aber seiner Geschichte und Sprache beraubt wird, wer seine Kultur freiwillig aufgibt, gibt sich selbst auf. Nichts aber kann man derzeit mehr beobachten als diesen Identitätsverlust, der ein sicheres Indiz für eine Spätzeit ist.

24.08.2008

Wovor die Mächtigen sich wirklich fürchten

Wir haben Hitler eine Menge zu „verdanken“: die Konzentrationslager, den zweiten Weltkrieg und hernach die Mauer und den kalten Krieg, also auch eine Periode der Stabilität bis 1990. Doch was ist danach gekommen, und wohin bringt es uns?

Der rationale Geist war der Schlüssel zur Zähmung der Natur und der Mensch machte sich die Erde untertan, ganz wie es in der Bibel steht, indem er immer weitere Naturgesetze entdeckte und sich zunutze machte durch die Wissenschaft und ihren ausführenden Arm, die Industrie. Armut und Analphabetismus sollten durch den Staat ausgerottet werden, den Sozialvertrag der Gemeinschaft der Nation, und durch den Markt, dessen unsichtbare Hand ohne Zwang und ohne Vertrag immer den optimalen Zustand findet auf wundersame Art und Weise der dezentralen Planung. Von der Renaissance bis in das zwanzigste Jahrhundert brachte dies dem Menschen einen rapiden Aufstieg, den Sieg über Krankheiten und Armut aber auch einen unglaublichen Zuwachs an Freiheiten, vom Postkutschenzeitalter bis zum Mallorcaurlaub sogar für Sozialhilfeempfänger, einen Sieg über die Natur auf ganzer Strecke.

Dies lag zu Zeiten der Mauer sowohl dem westlichen als auch dem östlichen System zugrunde, wobei die US-amerikanische Lösung fast rein marktorientiert war, die westeuropäische marktorientiert (England) mit erheblichen planwirtschaftlichen Elementen (Frankreich) bis hin zur Systemindifferenz (Westdeutschland) und die östliche staatsorientiert mit geringen marktwirtschaftlichen Elementen (DDR, Ungarn, späte UdSSR) oder rein planwirtschaftliche praktisch ohne individuelle Freiheiten (Stalins UdSSR, Pol Pot’s Regime, China unter Mao). Doch in allen Fällen lagen die oben skizzierten auf die Aufklärung zurückgehenden Basisannahmen zugrunde, und Gesellschaften versuchten deren Umsetzung, wenngleich mit unterschiedlichen Mitteln und mit unterschiedlichem Erfolg.

Diese Zeit nennen wir das Industriezeitalter, und es gipfelte in der Spaltung des Atomkerns und damit der Schaffung nahezu unbegrenzter Energie, weshalb man es auch als das Atomzeitalter bezeichnet. Beides, Industrie und Atom, werfen wir derzeit bedenkenlos weg, und wundern uns, wenn es plötzlich richtig schmerzt, so wie etwa bei der Vertausendfachung der Energiepreise in California im Frühjahr/Sommer 2001.

Seit dieses System 1989/90 mit dem Fall der Mauer zusammenbrach, entsteht etwas Neues, das wir nunmehr langsam zu erkennen in der Lage sind. Es hat mit Macht und ihrem Erhalt zu tun, und es ist ein grundlegender Paradigmenwechsel.

Bäume auf dem Mars?

Bäume auf dem Mars?

Um ihre Macht zu erhalten, beschlossen die Mächtigen des Westens gegen Ende der 60er Jahre auf der sogenannten Konferenz vom Iron Mountain, deren Stattfinden bis heute bestritten wird, durch Schaffung neuer „großer Aufgaben“ Macht über die Menschen auszuüben, und der sogenannte „Umweltschutz“ ist eine solche große Aufgabe. Doch er dient nicht der Umwelt, sondern der Ausübung von Herrschaft, denn man hat erkannt, daß im Zeitalter der Kernspaltung, das leider auch ein Zeitalter der Kernwaffen ist, Kriege nicht mehr als Mittel der Machtausübung taugen, denn sie werden zu schnell zu atomaren Weltkriegen. Hiroshima hat gelehrt, daß die Menschen nicht mehr einen Feind hassen dürfen, denn das kann zur globalen Selbstzerstörung führen, sondern daß sie vor der Zukunft Angst haben müssen. Also erfand man das Waldsterben, das Ozonloch und den sogenannten Treibhauseffekt, um die Menschen regieren zu können – ein Zustand, der seit dem Ende der Sowjetunion um so leichter aufrechtzuerhalten ist als daß man auf keinen Rivalen um die Weltherrschaft mehr Rücksicht nehmen und keine Konkurrenz mit einem mächtigen Gegner mehr betreiben muß.

Doch mit dem Fortschreiten der Entchristlichung des Westens erscheinen widerwärtige Ideologien, gegen die die Mordlust der KZ-Schergen wie ein Rundungsfehler anmutet: Daß Millionen an der Malaria und anderen vermeidbaren Krankheiten starben, weil unter dem Öko-Vorwand Substanzen wie DDT verboten wurden, hat System. Und die Menschen haben die Lektion, die ihnen einst die Mächtigen lehrten, gut gelernt: in der schon von David Riesman vorausgesagten außengeleiteten Gesellschaft nimmt man selbst diese latente Mordlust nicht mehr als solche wahr, so machtvoll ist der Konformitätsdruck der political correctness!

Und selbst das ist noch nicht alles, gehen doch Massen auf die Straße, für „Umweltschutz“ und gegen den Fortschritt zu demonstrieren, was die wirkliche Motivation des globalisierten Anti-Globalisierungs-Netzwerkes mit dem bezeichnenden Namen „Attac“ ist, ein Angriff auf die Grundwerte einer verfaulenden Gesellschaft, ein Zeichen des Niederganges. Wir leben wieder im späten Rom, in einer glaubens- und wertelosen Epoche doch, mit Brot und Spielen für die Spaßgesellschaft, doch für den Frieden zu kämpfen ist, wie für die Jungfräulichkeit zu bummsen…

Doch das Machtspiel hinter den Kulissen geht nicht auf, und es zeigt sich ein Probleme, daß die gegenwärtige neue Weltordnung kippen wird, vielleicht schon in nicht ferner Zukunft.

Oberflächlich könnte man meinen, daß der gegenwärtige US-Präsident mehr Geld für den Krieg gegen den Terrorismus braucht und deshalb die Weltraumfahrt zusammengestrichen wird. Doch es könnte einen anderen Grund haben, wenn man das Bild rechts betrachtet. Beinahe jeder, der die Aufnahme unvoreingenommen betrachtet, würde es für die Luftaufnahme eines Waldes halten. Doch das Bild wurde von einem Raumschiff aus dem Orbit um den Planeten Mars aufgenommen. Ein Wald auf dem Mars?

Angeblich gibt es noch viel unglaublichere Funde, und nicht nur auf dem Mars. Während wir uns hier nicht in Spekulationen ergehen wollen, was noch alles gefunden wurde, soll ein Zitat genügen: „There are unimaginable wonders [out there], for those who can remove some of Truth’s protective layers“ (Apollo-Astronaut Neil A. Armstrong). Was weiß man also, und vor allem, seit wann?

Sie werden fragen, was das mit der Entwicklung und den oben skizzierten politischen und philosophischen Grundsätzen zu tun hat: eine ganze Menge. Würde man nämlich zugeben, daß etwa mit einem Infrarotinstrument die Fundamente uralter Städte auf dem Mars gefunden worden sind, oder jedenfalls etwas, was genau wie Ruinen von Fundamenten aussieht, dann müßte man hinfliegen, um nachzusehen, d.h., der bemannte Flug zum Mars wäre die logische Folge. Das brächte uns zurück ins Zeitalter der Industrie und der Kernspaltung, denn nur mit einer massiven industriell-wissenschaftlichen Anstrengung könnte man Menschen auf den Mars bringen – und das würde offensichtlich die derzeitigen Herrschaftsmechanismen gefährden. Keiner hätte mehr Angst vor dem angeblichen Klimakollaps, niemand machte sich mehr Sorgen um das Ozonloch, weil alle nur noch wissen wollen, ob es wirklich untergegangene Zivilisation auf dem Mars gibt – oder etwa bis heute noch lebende Wesen. Und für all dies existieren mindestens Indizien.

Oder, kurz gesagt: eine rationale, von Wissenschaft und Technologie angetriebene Gesellschaft befindet sich in diametralem Gegensatz zur sich derzeit entwickelnden Öko-Ideologie.

Ja, wir wurden betrogen. Wir wurden um die Raumfahrt betrogen und um die Erkenntnis, und am Ende um die Hoffnung, die 1969 auf dem Mond begann und nach dem letzten Mondflug 1972 langsam versank. Doch es gibt noch Hoffnung, denn die Ökologisten haben ihre Rechnung ohne zwei Faktoren gemacht: die Chinesen und der Markt. Ja, eine seltsame Mischung…

Die Chinesen betreiben derzeit ein rasch reifendes Raumfahrtprogramm, das nicht von solchen Erwägungen wie oben skizziert beschränkt zu sein scheint. Mehr noch, scheinen die Chinesen unter ihrer nur noch dem Namen nach kommunistischen Führung derzeit das entdeckungsfreudigste Volk der Welt zu sein, und schon kurz nach dem heutigen Ende der olympischen Spiele in Beijing soll die nächste chinesische Weltraumexpedition starten, angeblich die Techniken udn Verfahrensweisen auszuprobieren, die für den Flug zum Mond erforderlich sind. Und eine eigene chinesische Raumstation ist angekündigt – und dürfte der entscheidende Vorteil auf dem Weg zum Mars sein. Doch ungleich der Zeit vor vierzig Jahren als der Westen sich mit der Sowjetunion einen Wettlauf zum Mond lieferte, scheint der Westen jetzt schon zu morsch zu sein, die Herausforderung überhaupt noch zu erkennen. Samuel Huntington hat nicht ohne guten Grund von der Schwäche des Westens geschrieben, und wir nähern uns vermutlich wirklich einem chinesischen Jahrhundert.

Die andere große Kraft ist der Markt, und dieser dürfte den Öko-Planern auch im eigenen Herrschaftsgebiet einen dicken Strich durch die Rechnung machen: seit dem Flug von Dennis Tito ist nämlich der Gelächter-Faktor aus dem Geschäft mit dem Weltraum-Tourismus raus, und was derzeit nur für die Superreichen möglich ist, könnte in einigen Jahren oder Jahrzehnten bald schon einer viel breiteren, wenngleich immer noch wohlhabenderen Schicht offenstehen. Auch wenn ich nicht hoffe, die Landung auf dem Mars noch zu erleben, so ist dies doch wohl, was die Öko-Ideologie stoppen wird: menschlicher Entdeckergeist macht auch vor dem Himmel nicht halt, vor der letzten Grenze… die Politik kann es verzögern, ein paar Jahre, vielleicht ein Menschenalter lang den Zugang zum Weltraum monopolisieren, aber dann wird die Entwicklung fortschreiten.

Und da sind wir bei der grundlegenden ökonomischen Theorie angekommen: die Märkte werden’s richten. Auch wenn es etwas dauert, und sich eine gewisse Zeit verzögern läßt, man kann es nicht aufhalten, wie man alle technisch-wissenschaftlichen Entwicklungen bislang nicht aufhalten konnte. Auch nicht durch den Iron Mountain, auch nicht durch sein ausführendes Entwicklungsverhinderungsorgan, die United Nations.

Vor diesen Bäumen fürchten sich die Mächtigen wirklich!

Die Bildquelle beim MSSS ist hier. Rechte: Public Domain.

Literatur:

  • Huntington, P. Samuel: „Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert“, Europaverlag, München/Wien, 6. Auflage 1997, ISBN 3-203-78001-1
  • Lewin, Leonard, C.: „Report from Iron Mountain. On The Possibility And Desirability of Peace“, The Dial Press, Inc., New York 1967, keine ISBN.
  • Riesman, David: „Die einsame Masse“, Mit einer Einführung von Helmut Schelsky, Darmstadt 1958, Keine ISBN.

02.07.2008

Pflege-Notstand in Deutschland, oder der Sozialist in der Wüste

Gespeichert unter: Wider den Zeitgeist — Harry Zingel @ 6:40
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Seit einigen Tagen berichten die Medien rechtzeitig zum Inkrafttreten der großen Pflegereform in pflichtgemäßer Aufregung vom Pflege-Notstand, der bei einschlägigen Kontrollen entdeckt worden sei. Völlig unterernährte Pflegefälle und eine Vielzahl anderer, meist wenig appetitlicher Details kommen da urplötzlich ans Tageslicht. Während die Medien auf diese Weise ihre staatspolitische Pflicht erfüllen, die ganz offensichtlich notwendigen weiteren Erhöhungen der Pflege-Zwangsbeiträge in der Zukunft propagandistisch vorzubereiten, sagen sie uns wie üblich nur die halbe Wahrheit. Über den eigentlichen Grund des Pflege-Desasters schweigen sie sich wie immer aus.

Der nämlich liegt in der Regel nicht an einzelnen Pflegediensten, die jetzt wegen angeblicher oder tatsächlicher Schlechtleistung mit öffentlicher Namensnennung an den Pranger gestellt werden sollen, sondern im System selbst. Zwangsbeiträge und Pflichtleistungen zu Festpreisen nämlich können kaum Qualität gewährleisten, wie Volkes Mund schon vor Jahren kund tat: schickt man einen Sozialisten in die Wüste, so weiß ein alter DDR-Witz, dann passiert drei Jahre lang gar nichts. Und dann wird der Sand knapp. Schickt man einen Gesundheitssozialisten ins Altersheim… richtig. Sie wissen schon, es ist derzeit ja der Presse zu entnehmen, was dann passiert.

Ein Paradies auf Erden gibt es nicht, das müssen wir endlich lernen, und schon gar nicht für alle Anspruchsberechtigten mit Chip-Kärtchen. Die Verteilung von Gütern nach dem Maßstab des Geldes mag kein „schönes“ Verteilungsmodell sein, aber sie garantiert wenigstens einigen Menschen einen würdevollen Lebensabend. Das gegenwärtige Modell scheint dies niemandem garantieren zu können. Dafür mißachtet es die harte Arbeit der vielen Pflegekräfte, deren Einsatz sekundengenau vertaktet ist, so daß für persönliche Anteilnahme oder einfach nur ein liebes Wort kein Platz mehr bleibt. Die „Pflege-Kultur“, die uns bei Einführung der neuen Zwangsversicherung vor etwas über einem Jahrzehnt angekündigt worden war, sieht jedenfalls anders aus.

Und es besteht dringender Handlungsbedarf, denn die Deutschen haben sich wie immer so auch hier als Öko-Musterknaben erwiesen: sie handeln umweltfreundlich, indem sie die eigene Anzahl reduzieren, was bekanntlich schon immer eine Grundforderung der sogenannten „Umweltschutz“-Bewegung war. Dabei aber hat man übersehen, daß die Reduktion der Zahl der Menschen, wenn sie nicht schlagartig im Wege des Krieges erfolgt, mit einer Erhöhung der relativen Anzahl der Alten und damit der Pflegefälle verbunden ist. Hierfür kann das gegenwärtige System nicht vorsorgen, denn es finanziert die Auszahlungen an Bedürftige nicht aus Kapitalerträgen, sondern aus den Einzahlungen der „Versicherten“. Täte ein Kapitalanlageunternehmen Gleiches, so wäre dies ein sicheres Zeichen für das Vorliegen eines unseriösen Kettenbriefes, also ein Indiz für Anlagebetrug.

Vielleicht sollten wir bei Pflege und Krankheit ein zeitgenmäßes Modell wählen: in einem neuen Zuteilungsgesetz wird die Gesamtzahl der Pflegefälle pro Jahr festgeschrieben und jährlich um einen konstanten Anteil reduziert. Die Pflege-Berechtigungen werden als handelbare Wertpapiere ausgestaltet und müssen vor Inanspruchnahme von Leistungen an einer Pflege-Börse erworben werden, wobei der Preis von künstlicher Angebotsverknappung und echter Nachfrage bestimmt wird. Im Energiebereich hat sich das seit 2005 bewährt, sagen jedenfalls die Ökologisten, es habe insbesondere den Energieverbrauch reduziert. Warum sollte sich auf diese Art nicht auch die Bevölkerungszahl weiter reduzieren lassen? Etwas Klimafreundlicheres als weniger Menschen gibt es schließlich nicht!

13.06.2008

Wo es rückwärts vorwärts geht: über Produktivität, Knappheit und Herrschaft

Wirtschaftliche Austauschprozesse in der Gesellschaft führen gleichsam durch eine „unsichtbare Hand“ (Adam Smith) zu optimaler Faktorallokation, so eine über 200 Jahre alte Basisannahme der Markttheorie. Mehr noch führt egoistisches Handeln unintendiert zu gesamtgesellschaftlichem Nutzen (Say’sches Theorem), was inhärent auch impliziert, daß eine lenkende Zentralinstanz nicht erforderlich ist. Der Staat, so die Erkenntnis der liberalen Theoretiker, stört die Marktprozesse eher als daß er sie fördert. Er führt, technisch gesagt, zu suboptimaler Faktorallokation: teure und schlechte Güter, wie zum Beispiel in den öffentlichen Zwangsversicherungen.

Mit diesen Grundgedanken könnte man friedlich eine goldene Zukunft erleben, hätte das Marktmodell nicht einen schweren Konstruktionsfehler – einen, den die schottischen Moralphilosophen des 18. Jahrhunderts, die Konflikttheoretiker des 19. Jahrhunderts und die liberalen Denker des 20. Jahrhunderts noch nicht voraussehen könnten: den Zusammenhang zwischen Produktivität, Freiheit und politischer Macht.

Produktivität ist allgemein das Verhältnis aus Faktoroutput und Faktorinput. Durch technisch-wissenschaftliche Verbesserungen der letzten Jahrhunderte können immer weniger Arbeiter und immer bessere Maschinen mit weniger Kapital, Zeit und Rohstoffen mehr und immer mehr und immer bessere Güter erzeugen. Die Produktivität korreliert daher hochgradig mit dem Bruttoinlandsprodukt, und mit der wirtschaftlichen Freiheit: kann man nämlich produktiver mehr und besser leisten, so kann man auch mehr besser leben: mehr Menschen, höherer Lebensstandard. Konnten vor wenigen Jahrhunderten nur wenige sich eine Reise nach Italien leisten (z.B. Goethes berühmter Weg ins Land, wo die Zitronen blühen), kann heute jeder Sozialhilfeempfänger den Sommer auf Mallorca verbringen. Das Taxi zum Flughafen kostet mehr als der anschließende Billigflug. So buchstabiert sich aber nicht nur wirtschaftliche-, sondern auch politische Freiheit, denn diese ist nicht nur die Freiheit des Andersdenkenden (Rosa Luxemburg), sondern auch die Freiheit der individuellen Wahlhandlungsfreiheiten. Welche viel mit Energie, Mobilität und geographischer Beweglichkeit zu tun haben.

Politische Freiheit ist damit immer auch die Abwesenheit von Armut, denn wer an Mangel leidet, kann seine Bedürfnisse nicht befriedigen. Knappheit als Grundphänomen der Wirtschaft war aber immer auch ein Herrschaftsmittel mehr oder weniger totalitärer Staaten, die ungeliebten Subjekten Güter und damit wirtschaftliche Wahlhandlungsfreiheiten als Strafe oder Unterdrückungsmaßnahme entzogen. Das Gefängnis ist nur die heftigste Form der Unfreiheit. Allgemein kann Unfreiheit aus wirtschaftlicher Sicht als hochgradige Knappheit und Freiheit als Abwesenheit von Knappheit definiert werden.

Knappheit ist aber stets auch der Grund für politische Herrschaft, denn nur wer bei einer zentralen Instanz um Erlaubnis nachfragen und um Güter betteln muß, ist beherrschbar. Die Politik zieht aus der Aufgabe der gesellschaftlichen Allokation ihre Existenzberechtigung: Bezugsscheine müssen verteilt, Rationen vergeben und Sparmaßnahmen festgesetzt werden. Wer hingegen eigene Ressourcen nutzt und niemanden fragen muß, hat eigene Wahlhandlungsfreiheiten, ist also weniger beherrschbar. Er ist frei. Die Zunahme der Produktivität hat also seit Jahrhunderten auch eine inhärente Zunahme von Freiheiten bewirkt. Und genau hier liegt ein großes Problem.

Mit dem technisch-wissenschaftlichen Fortschritt steigt die Produktivität und mit ihr sinken Knappheit und Not, denn der Mensch lernt immer besser, sich die Erde untertan zu machen, also zugleich individuelle Wahlhandlungsfreiheiten zu entwickeln. Das ist genau die Prognose der optimalen Faktorallokation, die zugleich gerade auch eine Optimierung von Freiheiten darstellt. Das aber raubt der politischen Herrschaft auf Dauer die Basis, denn plötzlich gibt es keine Bezugsscheine mehr zu verteilen und Sparmaßnahmen mehr zu verhängen. „Stell Dir vor es ist Politik und keiner geht hin“: was aber macht ein begnadeter Staatslenker, den keiner mehr braucht? Geht er in den unverdienten, gleichwohl aber goldenen Ruhestand?

Wohl kaum: er macht Krieg, oder „Umweltschutz“, denn beides verknappt und schafft neue Not. Da das traditionsreiche kriegsbasierte Herrschaftsmodell heute aber bedauerlicherweise nicht mehr richtig geht, jedenfalls nicht mehr in Europa, muß der Umweltschutz her. Dieser ist das aktuelle Herrschaftsmittel, denn die diversen Umweltschutzvorschläge greifen nicht umsonst die Energieversorgung des Landes an: Produktivität ist weitgehend eine Funktion der Energiedichte, d.h. über je mehr und je dichtere Energie eine Wirtschaft verfügt, desto produktiver ist sie, und desto freier sind die Menschen. Und desto weniger brauchen sie die politischen Parasiten. Das ist, wo die Angst ins Spiel kommt.

Angst nämlich ist ein sekundärer Herrschaftsmechanismus. Durch Angst kann man Menschen gegen ihren Willen zu einem Tun oder Unterlassen bewegen, also Macht ausüben. Das weiß schon jeder Erpresser, der die Angst seines Opfers in Geld verwandelt, doch auch auf gesamtgesellschaftlicher Ebene ist es nicht anders: Haben die Leute heute keine Angst mehr vor den Teufeln, den Franzosen, den Juden oder den Russen, so müssen sie tüchtig Angst vor der Klimakatastrophe haben. Alle wollen bekanntlich zurück zur Natur, aber keiner zu Fuß: macht man den Menschen glauben, der Weltuntergang stehe unmittelbar bevor, so hören sie auf, weiter nach höherer Produktivität und mehr Macht über die Natur zu streben. Produktionsfaktoren werden wieder knapper und die Herrschaft wird stabiler. Kein Wunder also, daß die United Nations den Weltuntergang jetzt auf das Jahr 2020 festgesetzt haben: wir können zwar nicht das Wetter für drei Wochen vorhersagen, aber wir wissen natürlich ganz genau, daß in 2020 die große Klimakatastrophe kommt. Nur Jehovas Zeugen sind noch besser bei solchen Untergangsprophezeiungen. Je mehr der „Klimawandel“ geglaubt wird, und je mehr Angst man davor hat, desto wirksamer lassen sich die Energieversorgung, die ihr folgende Produktivität und damit die wirtschaftlichen Freiheiten einschränken und politische Herrschaftssysteme stabilisieren. Genau das beobachten wir derzeit in der EU.

Diese will bekanntlich bis zum Jahr der Treibhauskatastrophe den Anteil „erneuerbarer“ Energien auf 20% (30%? 40%?) zwangserhöhen und zugleich aus Kohleverstromung wie aus Kernenergie aussteigen – und möglichst noch Verbrennungsmotoren gleich mitverbieten. Es ist daher unschwer zu prognostizieren, daß Heizenergie und Mobilität bald nur noch auf Rationierungsschein erhältlich sein werden, also die ökonomische Befreiung der letzten 200 Jahre in kurzer Zeit zurückgedreht werden soll. Keine Flugreisen mehr, kein Winter im warmen Süden, keine freie Fahrt für freie Bürger, keine ökonomischen Wahlhandlungsfreiheiten mehr. Wir beobachten, in einem Wort gesagt, die Rückkehr von Knappheit, Armut, Not und damit von politischer Herrschaft. Wir sind also da, wo es rückwärts vorwärts geht.

Der Umweltschutz, oder besser was man dafür hält, wird ganz offenbar das große Thema des 21. Jahrhunderts, wie der Krieg das Thema des vergangenen Jahrhunderts war. Nach dem Ende der religiösen Herrschaft des Mittelalters hatten praktisch alle Herrscher seit Napoleon sich auf Staatsterror als wesentlichen Machtmechanismus festgelegt, was in Auschwitz und Hiroshima zum schrecklichen Ende kam. Im sogenannten „Kalten Krieg“ hat man binnen nur fünfzig Jahren eingesehen, daß dieses Modell wirklich keine Zukunft hat. Jetzt wird man voraussichtlich mehr als fünfzig Jahre brauchen einzusehen, daß die Beschränkung technisch-wissenschaftlichen Fortschrittes unter ökologistischem Vorwand noch weniger Zukunft hat. Natürlich ist der Treibhauseffekt menschengemacht: er ist von den Menschen gemacht, die von ihm leben, nämlich den Politikern und den von ihnen gutbezahlten Wissenschaftlern, also den Parasiten. Brachte uns der „Kalte Krieg“ noch zum Mond, also in eine Phase technisch-wissenschaftlicher Entwicklung, die wenngleich auch kriegsgetrieben doch die Freiheiten erhöhte und das Leben verbesserte, so steht nunmehr eine Epoche der nachhaltigen Stagnation und des Rückschrittes an. Jetzt beginnt die Öko-Zeit. Die Periode, in der es rückwärts vorwärts geht. Die Rückkehr von Knappheit, Not und Armut. Die fetten Jahre, so die einfache Wahrheit, sind schon vorbei. Jedes Jahr ist jetzt ein mittleres Jahr: schlechter als das vorige, aber besser als das kommende. Jedenfalls dann, wenn wir die politische Kaste ungebremst gewähren lassen.

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